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Kapitän Hofmann setzt auf die Fans im Rücken © APA (Archiv/Hochmuth)

Der SK Rapid hofft im 294. Wiener Fußball-Derby am Sonntag (16.00 Uhr/live ORF1 und Sky) im ausverkauften Hanappi-Stadion auf

Der SK Rapid hofft im 294. Wiener Fußball-Derby am Sonntag (16.00 Uhr/live ORF1 und Sky) im ausverkauften Hanappi-Stadion auf die durch den Aufstieg in die Europa-League-Gruppenphase entfachte Euphorie. Am Donnerstag begann der Vorverkauf nur für Mitglieder, wobei innerhalb von neun Stunden nicht weniger als 19.400 Abos für die drei Heimspiele abgesetzt wurden.

"Es ist schon beeindruckend, wenn man solche Menschenschlangen sieht. Für uns ist das teilweise Verpflichtung und teilweise Ansporn", erklärte Steffen Hofmann vor dem Duell mit der Austria. Der Kapitän, der am Donnerstag seinen 30. Geburtstag feierte, hat eine mehrtägige Infusionsbehandlung wegen chronischer Schmerzen in der Schambeingegend hinter sich, trainierte aber seit Montag wieder mit der Mannschaft und wird gegen die "Veilchen" spielen. "Die Schmerzen sind weniger geworden, doch es dauert immer ein paar Tage, bis so eine Kur anschlägt", meinte der Deutsche.

Gegen die Austria strebt Hofmann einen vollen Erfolg an, um die Niederlage vor zwei Wochen gegen den LASK wettzumachen und den Kontakt zur Spitze nicht zu verlieren. "Drei Punkte wären sehr wichtig, damit wir oben dabei bleiben", analysierte der Mittelfeldspieler, der sich von seinem neuen Clubkollegen Jan Vennegoor of Hesselink angetan zeigte. "Er ist ein echt netter Kerl, der gut in die Mannschaft passt, und hat nicht nur einen langen, sondern auch einen großen Namen. Dass er Qualität hat, sieht man in jedem Training. Jetzt hoffe ich, dass er am Sonntag einen guten Einstand hat."

Trainer Peter Pacult ließ allerdings offen, ob er gegen die Austria überhaupt auf den niederländischen Goalgetter zurückgreifen wird. "Er hat sich gut eingewöhnt, doch die Chance auf einen Einsatz ist klein." Vennegoor of Hesselink war am 30. August verpflichtet worden, fehlte aber im einzigen Testspiel in der Länderspiel-Pause, weil er seinen Umzug organisieren musste.

Wenn auch der neue Stürmer noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist, so hat Pacult dennoch genug Alternativen. Dem Coach steht der komplette Kader zur Verfügung, weshalb der eine oder andere prominente Kicker nicht auf dem Spielbericht aufscheinen wird. "Ich bin in der glücklichen Lage, aus dem Vollen schöpfen zu können. Aber es wird keine leichte Entscheidung, vier Spieler zu Hause zu lassen."

Angesichts der bis Mitte Dezember andauernden Doppelbelastung gebe es aber genug Einsatzmöglichkeiten für alle. "Wir werden den Kader so verändern, dass in den nächsten Spielen jeder dabei sein wird", versprach Pacult.

Fix gegen die Austria dabei sein wird Veli Kavlak, der bei Rapid in dieser Saison zu den Leistungsträgern zählte. Zuletzt enttäuschte der 21-Jährige allerdings im Nationalteam, was laut Pacult auch an der Rolle lag, der er gegen Kasachstan übernahm. "Es hat sich bestätigt, was ich immer gesagt habe: Dass Veli im Zentrum nichts verloren hat, da ist seine Fehlerquote zu hoch. Aber für mich hat er eine Riesenqualität auf der Position, auf der er bei uns spielt. Er braucht Leute neben sich, mit denen er Fußball spielen kann und die auf seine Ideen eingehen, und die gibt es bei Rapid sicher mehr als woanders."

Pacult setzt im Derby aber nicht nur auf die Qualität von Kavlak und Co. "Für uns spricht, dass wir ein Heimspiel und fantastische Fans haben, und dass wir uns zuletzt im Hanappi-Stadion gut präsentiert haben. Wir wollen in diesem Match alles mitnehmen, was zu ergattern ist."

Einmal mehr hob der 50-Jährige die Bedeutung des Duells der beiden Erzrivalen hervor. "Für mich sind die vier Derbys die wichtigsten Spiele der Saison." Die Europa League spielt da nur die zweite Geige. "Unser Fokus liegt auf dem Derby und auf der Meisterschaft", betonte Pacult.

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