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Ex-Violetter war Rotes Tuch in Hütteldorf © APA (Hochmuth)

Für einen Spieler birgt das 294. Wiener Fußball-Derby zwischen Rapid und Austria am Sonntag (16.00 Uhr/live ORF1 und Sky) im

Für einen Spieler birgt das 294. Wiener Fußball-Derby zwischen Rapid und Austria am Sonntag (16.00 Uhr/live ORF1 und Sky) im ausverkauften Hanappi-Stadion zusätzliche Brisanz. Christoph Saurer wird ob seiner violetten Vergangenheit nach wie vor von Teilen des Rapid-Anhangs angefeindet, auch wenn die Missfallenskundgebungen bei weitem nicht mehr jene Ausmaße annehmen wie noch vor Saisonstart.

Damals war der 24-Jährige bei seinem Debüt für die Hütteldorfer im Testspiel gegen Anderlecht von manchen Anhängern ausgepfiffen und wüst beschimpft worden. Nach Interventionen von Mannschaftskollegen und Clubführung hat sich die Situation mittlerweile beruhigt. "Ein paar Hardcore-Fans gibt es noch, die sich mir gegenüber so verhalten. Aber es werden immer weniger", sagte Saurer.

Der vielfache Nachwuchs-Nationalspieler, der es auf einen A-Team-Einsatz brachte, wurde bereits vor dem ersten Auftritt für Rapid von seinen neuen Mitspielern gewarnt, was ihn erwarten würde. "Die Mannschaft hat schon gewusst, dass Teile der Fans einen kleinen Aufstand machen." Dann aber legte sich vor allem Steffen Hofmann ins Zeug. "Er hat mit vielen Fan-Vertretern geredet und sich für mich stark gemacht. Auch die gesamte Mannschaft hat mich unterstützt", berichtete Saurer.

Wohl auch deswegen scheinen die Wogen geglättet. "Nach dem Aufstieg gegen Aston Villa sind am Flughafen von Birmingham viele Fans zu mir gekommen und haben mir gesagt, dass sie froh sind, dass ich hier bin." Noch vor wenigen Wochen war Saurer von Anhängern des Rekordmeisters ganz anders behandelt worden. "Dass mich die Fans nicht gleich lieben werden, war mir klar. Aber ein wenig mehr Respekt hätte ich mir anfangs schon erwartet."

Ein erster Wendepunkt war der 2:1-Heimsieg über Red Bull Salzburg, zu dem der Mittelfeldspieler das zwischenzeitliche 1:0 beisteuerte. Davor gab es bei seiner Einwechslung in der Europa-League-Qualifikation gegen Suduva Pfiffe vom Block West, dafür aber auch demonstrativ lauten Applaus von Nord- und Südtribüne. "Das hat mich sehr gefreut, und jetzt will ich den Fans so schnell wie möglich etwas zurückgeben - am besten gleich im Derby."

Bei einem Torerfolg gegen seinen Ex-Club wird sich Saurer beim Jubeln nicht zurückhalten. "Warum sollte ich? Ich bin Rapid-Spieler", betonte der Wiener, der die Gerüchte über eine enge Bindung zu den "Veilchen" nicht verstehen kann. "Im Internet wurde behauptet, dass ich Mitglied beim Austria-Fanclub 'Fanatics' bin, aber das stimmt nicht." Saurer war die vergangenen drei Saisonen beim LASK unter Vertrag. Davor spielte der Wiener am Verteilerkreis zumeist für die Austria Amateure. In der Kampfmannschaft brachte er es nur auf fünf Pflichtspiel-Einsätze.

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