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Hat weiter "Gaudi" bei Rennfahren © APA (Archiv/dpa)

Seit zwölf Jahren ist der Pitztaler Benjamin Raich, der 1996 sein Weltcupdebüt gegeben hat, durchgehend im Ski-Weltcup

Seit zwölf Jahren ist der Pitztaler Benjamin Raich, der 1996 sein Weltcupdebüt gegeben hat, durchgehend im Ski-Weltcup unterwegs. Doch der 32-Jährige hat immer noch Lust aufs Rennfahren und wartet gespannt auf den Weltcup-Auftakt in Sölden. Der Hunger auf Erfolge, der Spaß am Skifahren sei weiterhin vorhanden, bekannte "Benni" am Mittwoch bei der Jahreshauptversammlung seines Fanclubs im Pitztal.

Im März sei er beim Weltcupfinale in Garmisch gestanden und habe sich gedacht: "Ich bin Zweiter im Gesamtweltcup, konnte eine kleine Kristallkugel erringen (Kombination, Anm.) und nix tut mir weh. So kann es ruhig weitergehen." Raich sprach dabei besonders an, dass er in seiner langen Karriere von schweren Verletzungen verschont blieb, im Gegensatz zu seiner Lebensgefährtin Marlies Schild.

Raich betonte, dass er immer noch viel "Gaudi" habe beim Rennfahren. "Dabei geht es nicht nur darum, sich im Rennen mit den anderen zu messen, sondern auch das richtige Umfeld zu organisieren, macht unheimlich Spaß", sagte der Skiallrounder.

Derzeit herrsche ein gewisser Nervenkitzel bei ihm, denn es bestehe immer eine Ungewissheit, wo er stehe. "Aber die letzte Saison hat ein gutes Ende genommen", sagte Raich, obwohl er die große Kristallkugel im zweiten Jahr in Folge als Zweiter knapp verpasst hatte. Vom Gesamtsieg im Weltcup wollte Raich jedoch nicht reden: "Ich will einfach ganz vorne dabei sein." Als schärfste Konkurrenten zählt er die "üblichen Verdächtigen" auf: Carlo Janka (SUI), Bode Miller (USA), Aksel Lund Svindal (NOR) und Didier Cuche (SUI).

Auch Medaillen bei der "halben Heim"-WM in Garmisch-Partenkirchen (GER) seien ein Ziel. "Und ganz wichtig ist mir, bei den Saison-Highlights, wie Kitzbühel, Schladming und Adelboden ganz vorne reinzufahren. Das ist mir in der letzten Saison nicht gelungen. Aber ich will wieder diesen Spaß haben und diese Highlights genießen", sagte der ÖSV-Superstar.

Der Pitztaler will sich in der neuen Saison mehr auf die technischen Disziplinen konzentrieren. "Ich werde die eine oder andere Abfahrt mitnehmen. Aber nicht mehr so viele und nur solche, wo ich sehe, dass sich etwas ausgeht. Das war in der letzten Saison nicht so. Da habe ich in der Abfahrt alles gegeben, hatte aber überhaupt keine Chance", bekannte Raich, der Abfahrtstrainings auch als Vorbereitung für den Super-G bestreiten will.

Dass der ÖSV komplett umgebaut worden ist und Matthias Berthold als neuer Herrenchef Toni Giger nachgefolgt ist, berührt Raich relativ wenig. "Für mich hat sich relativ wenig geändert", meinte Raich, der auf den Skipisten weiterhin hauptsächlich von seinem Bruder Florian trainiert wird. Im ÖSV wurde Raich der Allround-Gruppe von Andreas Puelacher zugeteilt. "Da gibt es sicher einige interessante neue Ideen, man muss aber aufpassen, nicht alles umzuhauen", betonte der Routinier, der von sich sagt, skitechnisch mit Berthold auf einer Wellenlänge zu sein.

Raichs Fanclub, der berühmt für sein Transparent "der Blitz von Pitz" ist, hielt am Mittwochabend seine Jahreshauptversammlung ab. Obmann Toni Staggl berichtete, dass der Club über tausend Mitglieder habe, verstreut auf alle Erdteile. "Auffallend ist inzwischen, wie viele Fanartikel wir in den Osten, nach Tschechien, Polen und so weiter schicken", sagte Staggl und scherzte: "Eigentlich müsste man Raich zum Außenminister machen." Was Raich aber lachend ablehnte, er bleibe lieber beim Skifahren und will dort seinen Spaß haben.

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