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Trainer Pacult traut Porto viel zu © APA (epa)

Der Auftakt zur Gruppenphase in der Fußball-Europa-League hat für den SK Rapid die erwartete Ernüchterung gebracht. Beim 0:3

Der Auftakt zur Gruppenphase in der Fußball-Europa-League hat für den SK Rapid die erwartete Ernüchterung gebracht. Beim 0:3 im Estadio do Dragao am Donnerstag gegen den FC Porto hielten die Hütteldorfer zwar über weite Strecken brav dagegen, mussten schließlich aber doch die Überlegenheit des Favoriten in Gruppe L zähneknirschend anerkennen.

Am Ende blieb bei Trainer Peter Pacult ein Gefühl der Machtlosigkeit gegenüber einem Gegner, der in einer anderen Liga spielt. "Ich schätze Porto unter den besten zehn Teams in Europa ein. Normalerweise gehört diese Mannschaft in die Champions League. Sie werden in dieser Europa-League-Saison noch eine sehr wichtige Rolle spielen", prophezeite der Wiener.

Dass es vor allem auswärts äußerst schwierig ist, gegen eine Truppe dieses Kalibers zu bestehen, sei schon vorher klar gewesen. "Hat irgendjemand geglaubt, Rapid kommt hier her und macht ein großes Spiel? Man muss schon Realist bleiben", forderte Pacult. Ärgerlich war für den Coach die Tatsache, dass die ersten beiden Gegentreffer aus Standard-Situationen resultierten. "Aber da hat Porto auch das Quäntchen Glück gehabt, dass der Ball jedes Mal dorthin gesprungen ist, wo ein Spieler von ihnen gestanden ist. Aus dem Spiel heraus haben wir lange nicht allzu viel zugelassen."

Seine Spieler nahm der 50-Jährige in Schutz. "Ich habe hier schon sehr positive Dinge gesehen. Sie haben sich etwas zugetraut, die Kampfbereitschaft und der Einsatz haben gestimmt. Bis zum 0:2 kann ich ihnen nicht viel vorwerfen, außer, dass es den einen oder anderen Ballverlust zu viel gegeben hat."

Unterm Strich stehen nun aber drei Pflichtspiel-Niederlagen in Folge - ein Novum in der fast vierjährigen Amtszeit von Pacult. "Das sind Fakten, das ist einmal so", meinte der 50-Jährige achselzuckend. Nach außen hin gab sich Pacult trotz der Misserfolgsserie relativ gelassen. "Aber wie es innerlich ausschaut, ist etwas anderes."

Sonderlob verteilte der Betreuer an Atdhe Nuhiu, Hulk-Bewacher Tanju Kayhan sowie an Stefan Kulovits und Thomas Hinum, die Yasin Pehlivan und Markus Heikkinen ersetzten. Angesichts von zuletzt drei Spielen ohne Torerfolg schmerzt der Abgang von Nikica Jelavic aber mehr als der verletzungs- bzw. krankheitsbedingte Ausfall beiden zentralen defensiven Mittelfeldspieler. "So lange ohne Tor, das ist schon ein Fingerzeig. Wir haben diese Lücke noch nicht schließen können, so ehrlich muss man sein", sagte Pacult.

Nuhiu hätte die Torflaute fast beendet, als er wenige Minuten vor der Pause einem Treffer ganz nahe kam. "Da haben vielleicht 20 Zentimeter gefehlt", schätzte der Sturm-Riese. Die Hereingabe hatte Kayhan geliefert, der Porto-Star Hulk praktisch überhaupt nicht zur Geltung kommen ließ. "Einfach war es nicht, aber es war schön, gegen ihn zu spielen", erklärte der Außenverteidiger.

Dass sich Kayhan überhaupt gegen den Brasilianer beweisen durfte, lag an der Verletzung von Markus Katzer. Der Ex-Teamspieler zog sich beim Aufwärmen eine Oberschenkelzerrung zu, daher rutschte Andreas Dober in die Anfangsformation und Kayhan übersiedelte vom rechten auf den linken Abwehrposten. Nervös sei er vor dem Duell mit seinem prominenten Gegenspieler, der ähnlich wie Arjen Robben über rechts mit dem linken Fuß nach innen zieht, nicht gewesen. "Wir haben vorher genaues Videostudium gemacht und der Trainer hat mir noch gute Tipps für Eins-zu-Eins-Situationen gegeben", betonte der 21-Jährige.

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