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Huub Stevens hofft auf Torerfolg © APA (epa)

Österreichs Fußball-Meister Red Bull Salzburg ist der Unterschied zur europäischen Spitzenklasse am Donnerstag deutlich vor

Österreichs Fußball-Meister Red Bull Salzburg ist der Unterschied zur europäischen Spitzenklasse am Donnerstag deutlich vor Augen geführt worden. Gegen das Starensemble von Manchester City wirkten die auch in der Liga angeschlagenen Salzburger lange Zeit chancenlos - 0:2. "Man muss das ganze Spiel top sein. Das war nicht der Fall", gestand Salzburg-Trainer Huub Stevens.

"Wenn man nicht top ist, hat man gegen so eine Mannschaft keine Chance", so Stevens. Tatsächlich hatte City bereits den ersten Fehler in der Defensive bestraft, war durch den spanischen Neuzugang David Silva früh in Führung gegangen. Danach kontrollierte der Budget-Krösus der Premier League die Partie im Mittelfeld. "Ihr Positionsspiel war der Unterschied. Davon können wir noch etwas lernen", erklärte Stevens. "Wir sind einige Male dem Ball hinterhergelaufen, viele Tore hätten wir aber nicht bekommen können."

Zumindest ein kleiner Etappensieg - vorgeführt worden waren die Bullen von den "Citizens" nicht. Eigene Torchancen waren dennoch zumeist nur das Produkt von Standardsituationen. Der groß gewachsene Uruguayer Joaquin Boghossian wirkte als Solospitze einmal mehr völlig isoliert. Schon in den vergangenen Ligaspielen gegen die Außenseiter Mattersburg (0:1) und LASK (0:0) hatten die Salzburger in des Gegners Strafraum ihre Probleme gehabt.

Drei volle Pflichtspiele warten die Mozartstädter nun schon vergeblich auf einen Torerfolg. Für den jüngsten Treffer hatte zudem kein Salzburger, sondern ein Eigentor von Hapoel-Verteidiger Douglas in der Champions-League-Qualifikation im August in Tel Aviv (1:1) gesorgt. "Wir werden irgendwann wieder Tore schießen, das verspreche ich euch", sagte Stevens. Wahrscheinlich schon im Cup am Sonntag beim Regionalligisten Blau-Weiß Linz.

Dann dürfte der angeschlagene Franz Schiemer wegen einer Fußverletzung pausieren, dafür der Deutsche Simon Cziommer zwei Monate nach seinem Mittelfußbruch sein Comeback geben. Der brasilianische Neuzugang Alan war für den Trainer gegen City kein Thema, der 3,5-Millionen-Mann blieb auf der Bank. "Wir beurteilen im Training, ob er reif ist oder nicht. Wir haben gesehen, dass er noch nicht weit genug ist", erklärte Stevens.

Der Integrationsprozess sei generell noch nicht so weit fortgeschritten wie erhofft. "Es gibt Jungs, die noch nicht das bringen, was sie in sich haben. Das werden sie im Lauf der Meisterschaft aber noch bringen", versprach Stevens. Als Coach könne es ihm allerdings nie schnell genug sein. "Es waren Verbesserungen dabei, international ist das aber zu wenig", meinte der Niederländer. "Ich habe nicht viele Fortschritte gesehen."

Die Schuld dafür gaben einige Salzburger Zuschauer offensichtlich auch dem Trainer. Einen Gast in einer Skybox, der ihn nach Spielende beleidigt hatte, stellte Stevens zur Rede. "Ich laufe nicht davon. So etwas habe ich noch nie getan", betonte der 56-Jährige.

So schlecht sei das Spiel gar nicht gewesen, erinnerte Keeper Gerhard Tremmel. "Ich habe auch Positives gesehen", sagte der Deutsche. "Wir haben uns über weite Strecken teuer verkauft." Mit einigen Paraden musste Tremmel sein Team dennoch vor einem höheren Rückstand bewahren. "Am Anfang war das nicht gut. Vielleicht sind wir in Ehrfurcht erstarrt. Wir müssen mit etwas mehr Selbstbewusstsein auftreten", meinte der 31-Jährige.

"Wir haben sie ärgern können, aber es war zu wenig", ergänzte Schiemer. "Wir hatten uns mehr erhofft." Zumindest einen Punkt, der nun in zwei Wochen gegen Lech Posen Pflicht scheint, um in Gruppe A nicht früh ins Hintertreffen zu geraten. Die Polen hatten Juventus zum Auftakt ein 3:3 abgetrotzt. "Mit einem Unentschieden auswärts könnten wir leben", sagte Schiemer. "Lech Posen wird in etwa unsere Kragenweite sein." City war es nicht.

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