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Magaths Millionentruppe enttäuschte bisher © APA (Archiv/dpa)

Mit dem schlechtesten Saisonstart der Clubgeschichte ist der FC Schalke 04 am Tiefpunkt angekommen. Mit versteinerter Miene

Mit dem schlechtesten Saisonstart der Clubgeschichte ist der FC Schalke 04 am Tiefpunkt angekommen. Mit versteinerter Miene kommentierte der zuletzt noch umjubelte Felix Magath die 1:3-Schlappe im 136. Fußball-Revierderby gegen Borussia Dortmund. Nach einem der "schlimmsten Tage" seiner Trainerlaufbahn wirkt der einstige Heilsbringer des Vizemeisters am Sonntag erstmals in seiner Amtszeit ratlos.

Eine Antwort auf die drängendste Frage, wie er das "völlig verunsicherte" Team bis zum Spiel beim SC Freiburg am Mittwoch wieder aufrichten will, blieb er schuldig. Zweifel an seinem Konzept mit dem Total-Umbruch hegt der "Alleinherrscher" bisher aber nicht. "Man darf jetzt nicht alles grundsätzlich infrage stellen. Ich muss das Spiel erst analysieren, um entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Wir müssen was verändern", erklärte er.

Hatte Magath bei den vier Liga-Pleiten und dem 0:1 in der Champions League in Lyon noch gute Ansätze gesehen, müsse er die Lage nach der desaströsen Vorstellung nun "völlig neu bewerten". "Wir waren nie ein richtiger Gegner. Erstmals musste ich feststellen, dass wir völlig verunsichert waren und überhaupt keine Chance hatten, das Spiel zu gewinnen", befand der Trainer. Wegen des angespannten Nervenkostüms seines ohne jedes Selbstvertrauen agierenden Teams ist der 57-Jährige vor dem Gastspiel beim Tabellen-Vierten Freiburg mehr denn je als Krisenmanager und Psychologe gefordert.

"Es ist vor allem ein nervliches Problem. Wir müssen möglichst schnell die Verunsicherung aus den Köpfen bekommen", meinte Magath, der wegen der Runderneuerung des mit 37 Millionen Euro verstärkten Kaders auch in den eigenen Reihen stärker unter Rechtfertigungsdruck gerät.

Bei Schalke herrscht Alarm. Als einziges Team hat der Vizemeister nach vier Runden keinen Punkt auf dem Konto und präsentiert sich wie ein Absteiger. Das einstige "Prunkstück" Abwehr zerfiel nach den Abgängen von Marcelo Bordon, Heiko Westermann und Rafinha in seine Einzelteile und ließ schon neun Gegentore zu. Selbst der erste Treffer von 14-Millionen Mann Klaas-Jan Huntelaar gegen den BVB geriet zur Randnotiz. Wie Raul, an dessen Qualitäten allmählich Zweifel aufkommen, wirkt der Niederländer weiter wie ein Fremdkörper in der Mannschaft.

Dortmund-Trainer Jürgen Klopp hingegen war nach der Gala stolz auf seine Kicker, die mit drei Liga-Siegen in Serie und dem 4:3-Europa-League-Erfolg in Lwiw voll im Soll sind. "Das war ein super Fußball-Abend, den werden wir jetzt erstmal genießen", schwärmte Klopp nach seinen ersten Sieg im Nachbar-Duell. Selbst Derby-Experte Michael Zorc konnte sich nicht erinnern, wann der BVB gegen den Rivalen letztmalig so dominant aufgetreten ist. "Das muss Jahrzehnte her sein", sagte der Sportdirektor.

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