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Auch Ronaldinho weiß sich keinen Rat © APA (Archiv/epa)

Für 40 Millionen Euro hat Italiens Regierungschef Berlusconi im August die Topstars Zlatan Ibrahimovic und Robinho zum AC Milan

Für 40 Millionen Euro hat Italiens Regierungschef Berlusconi im August die Topstars Zlatan Ibrahimovic und Robinho zum AC Milan geholt. Dank ihnen soll der Fußball-Club wieder die Nummer 1 in Mailand, in Italien und in weiterer Folge auch in Europa werden. Davon ist das Team des neuen Trainers Massimiliano Allegri allerdings noch weit entfernt. In drei Serie-A-Spielen holte Milan nur vier Punkte.

Am Samstag war das Starensemble nicht über ein enttäuschendes 1:1 gegen Catania hinausgekommen. Doch Allegri darf sich zumindest vorerst noch der Unterstützung Berlusconis sicher sein. Der Patron sieht im smarten Mittvierziger den neuen Arrigo Sacchi. Allegri ist außerhalb Italiens nahezu unbekannt, genießt dort aber höchstes Ansehen. Zweimal schon hatten ihn seine Berufskollegen während seiner Zeit in Cagliari zum Trainer des Jahres gewählt.

Schon im Vorjahr hatte Berlusconi Allegri aus Sardinien loseisen wollen - ohne Erfolg. Der neue Trainer ist ein Verfechter des Offensivfußballs, dazu ist er bei Milan auch verpflichtet. 'Vincere e convincere' (Siegen und überzeugen) lautet Berlusconis liebstes Bonmot. Damit dies nicht nur leere Worte sind, holte der Medienzar im August, just als ihn eine Regierungskrise getroffen hatte, Ibrahimovic und Robinho ins San Siro.

Dazu hat Allegri in der Offensive auch noch den wieder erstarkten Ronaldinho, Jungstar Pato und den nimmermüden Altstar Filippo Inzaghi zur Verfügung. Doch gerade die üppig besetzte Offensivabteilung stellt den Trainer vor Probleme. Seit Tagen rätselt die italienische Fußball-Öffentlichkeit, wie Ronaldinho, Ibrahimovic, Pato und Robinho zusammen spielen sollen. Allegri will trotz dieses Quartetts nicht vom 4-3-3 abkommen.

Milans Abwehr ist fehleranfällig, weil die Stürmer kaum Defensivarbeit verrichten. Vor diesem Hintergrund entpuppten sich sich Saisonstart nicht Ibrahimovic oder Robinho als wichtigste neue Puzzleteile, sondern Kevin-Prince Boateng. Der Mittelfeldspieler wurde ob seiner Zweikampfstärke und Entschlossenheit auf Anhieb zum Liebling der Tifosi. "Auch das Römische Imperium hat in Krisenzeiten oft bei den Barbaren Hilfe geholt", zog die "Gazzetta" einen historischen Vergleich.

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