vergrößernverkleinern
Der Holländer muss seine Jungs an der Nase nehmen © APA (Krugfoto)

Nach einer Serie von Pleiten muss Österreichs Fußball-Meister Red Bull Salzburg am Mittwoch auswärts gegen die Wiener Austria

Nach einer Serie von Pleiten muss Österreichs Fußball-Meister Red Bull Salzburg am Mittwoch auswärts gegen die Wiener Austria bestehen. Trainer Huub Stevens, der von Konzern-Chef Dietrich Mateschitz weiter volle Rückendeckung genießen soll, erwartet im Schlager der 8. Runde "die richtige Antwort" auf die Cup-Blamage gegen den Regionalligisten Blau-Weiß Linz (1:3).

"Wir müssen das zeigen, was wir in Linz nicht gezeigt haben: Leidenschaft. Wenn man keine Leidenschaft zeigt, ist das eines Profis unwürdig", meinte Stevens, der betonte, dass sich "die Jungs über die Leistung in Linz sehr geschämt haben". Am Tag nach dem Cup-Out drängten die Spieler Stevens, anstelle des geplanten Auslaufens ein normales Training zu absolvieren. "Da bekommt man besser den Kopf frei, das war ein gutes Signal. Da sieht man, dass die Mannschaft Eigeninitiative übernimmt", berichtete der Niederländer.

Stevens ist nicht zuletzt deshalb überzeugt, dass er die Truppe noch erreicht. "Ich spüre, dass ich sie noch erreiche." Dass eventuell sogar gegen ihn gespielt werden könnte, hält der Chefcoach für völlig ausgeschlossen. "Jeder, der selbst einmal gespielt hat, weiß, dass es so etwas nicht gibt." Am Vertrauen von Mateschitz in seine Person zweifelt Stevens keinesfalls. "Erst vor drei Monaten wurde der Vertrag verlängert und jeder war froh, dass endlich Kontinuität bei Red Bull Salzburg einkehrt. Und jetzt soll alles infrage gestellt werden?", fragte Stevens ungläubig.

Stevens ist sich auch nach wie vor sicher, dass der aktuelle Kader mehr Qualität als jener von der vergangenen Saison hat. In der aktuellen Situation hänge sehr viel vom Selbstvertrauen der Kicker ab. "Selbstvertrauen holst du dir als Spieler nur mit Erfolgen. Und wenn der Erfolg nicht da ist, dann fehlt auch das Selbstvertrauen. Wir wissen, dass die Spieler viel mehr Qualität haben, als sie bisher gezeigt haben."

Und bisher haben die Salzburger wahrlich wenig gezeigt. Die jüngsten vier Partien gegen Mattersburg (0:1), den LASK (0:0), Manchester City (0:2) und Blau-Weiß Linz (1:3) verliefen allesamt enttäuschend bis peinlich und brachten nur ein einziges erzieltes Tor. Aber auch im Horr-Stadion fühlen sich die Salzburger meist eher unwohl, bei den bisher zehn Besuchen der Red-Bull-Ära gab es bei vier Niederlagen und fünf Unentschieden nur einen Sieg (2:0 am 9. Dezember 2006).

Auf dem Weg aus der Krise könnten die Salzburger daher auch auf psychologische Hilfe zurückgreifen. "Ich suche immer Lösungen. Und wenn da eine bestimmte Hilfe nötig sein würde, warum nicht? Wenn das die Lösung ist, dann stehe ich dafür offen." Stevens' Resümee der Situation lautete: "Eigentlich ist es ganz einfach. Aber so einfach ist es nicht."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel