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Gegen Köln richtiger Schritt in richtige Richtung © APA (EXPA/Feichter)

Das Warten hat sich für Mainz-Legionär Andreas Ivanschitz gelohnt. Bis Mittwoch hatte der ehemalige ÖFB-Teamkicker beim

"Ich habe Geduld aufgebracht, auf meine Chance gewartet, sie bekommen und genützt. Das war der richtige Schritt in die richtige Richtung", erklärte Ivanschitz am Donnerstagabend im Gespräch mit der APA. "Es gibt keinen Grund, etwas zu ändern. Die Mannschaft ist bisher großartig aufgetreten", hatte der Burgenländer noch vor zehn Tagen sehr geduldig zu Protokoll gegeben.

Zu diesem Zeitpunkt hatte er lediglich das Cup-Spiel bei einem Berliner Fünftligisten in den Beinen, zeigte für die Maßnahme des erst 37-jährigen Erfolgstrainers Thomas Tuchel aber Verständnis. "Er hat mir erklärt, warum ich im Moment nicht zum Zug komme, hat mir aber auch gesagt, dass ich meine Chance bekommen werde, wenn ich dran bleibe. Und nach dem Bremen-Spiel hat er mir dann mitgeteilt, dass ich gegen Köln von Beginn an spielen werde. Das war ein sehr, sehr gutes Gefühl", berichtete Ivanschitz.

Gegen die Kölner durfte er sich im offensiven Dreiermittelfeld hinter der Solospitze Szalai beweisen und wurde den Erwartungen gerecht - der "Kicker" bewertete sein Auftreten etwa mit der Note 3. Nicht schlecht für einen, der zwar zu Beginn der Vorsaison mit sechs Treffern und sechs Vorlagen geglänzt, spätestens im Frühjahr aber seinen Status als Stammspieler verloren hatte. "All das Positive und Negative der letzten Saison ist abgehakt. Ich will jetzt wieder angreifen", betonte der 26-Jährige.

Tuchel hatte sein Team im Vergleich zum Auswärtssieg in Bremen auf fünf Positionen verändert, sein Rezept lautet Variation - auch bei den Einwechslungen. So erzielten von den zwölf Saisontoren genau die Hälfte Spieler, die eingewechselt wurden. "Wir wollen diesen Mut haben, auf Spieler zu setzen, die bei einem Spiel mit ihren Fähigkeiten besonders gut zu unseren Aufgaben passen", sagte der Coach. Und Ivanschitz unterstrich das gute Verhältnis zwischen Team und Trainer: "Diese Rotation funktioniert nur, wenn alle klar im Kopf sind und dem Trainer absolut vertrauen."

Für Ivanschitz ist Tuchel der Hauptverantwortliche für den aktuellen Höhenflug. "Er ist extrem wichtig. Als er im Vorjahr nach der Cup-Niederlage unser Trainer geworden ist, hat er von Beginn an die Mannschaft erreicht. Er ist einer, der immer wieder wichtige Match-Pläne erstellt, uns taktisch auf den Gegner perfekt vorbereitet. Er hat das richtige Händchen für die Aufstellung", erläuterte der ÖFB-Legionär, der hofft, dass er auch wieder einmal das Nationaltrikot überstreifen darf. "Für mich ist alles offen, ich würde mich sehr freuen, wenn ich wieder zum Nationalteam dazukomme", sagte der frühere ÖFB-Teamkapitän, der in der Trainer-Ära Dietmar Constantini bisher nicht zum Zug gekommen ist.

Im Gegensatz zu Ivanschitz gehört Fuchs nicht nur bei Constantini, sondern auch bei Tuchel auf der Position des linken Außenverteidigers zum etatmäßigen Personal. Der ÖFB-Teamspieler, der am vergangenen Wochenende nach einer Grippe noch hatte passen müssen, lieferte gegen Köln die Vorlage zu beiden Treffern und muss sich wohl auch um einen Einsatz im Samstagsspiel bei Titelverteidiger Bayern München keine Sorgen machen. Auch Ivanschitz hofft, dass er gegen den Rekordmeister dabei ist, noch dazu wo ÖFB-Co-Trainer Heinz Peischl das Match beobachten wird.

Hätte ihm jemand vor Saisonbeginn gesagt, dass Mainz als Spitzenreiter ohne Punktverlust zum Titelverteidiger reisen werde, hätte Ivanschitz wohl nur ungläubig den Kopf geschüttelt. "Denn so etwas kann man nicht vorhersehen", betonte der Ex-Rapidler. "Nach diesem Start ist die Stimmung in der Mannschaft natürlich sehr, sehr gut und wir kommen jetzt mit breiter Brust nach München. Wir wissen aber auch, was für ein mächtiges Kaliber die Bayern sind", erinnerte Ivanschitz an die 0:3-Niederlage der Mainzer in der Allianz-Arena in der abgelaufenen Saison.

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