vergrößernverkleinern
Stevens als Meister des Understatements © APA (Archiv/Fohringer)

Die SV Ried als Favorit in Salzburgs Heimarena. Was vor wenigen Wochen noch undenkbar schien, ist in der 9. Runde der

Die SV Ried als Favorit in Salzburgs Heimarena. Was vor wenigen Wochen noch undenkbar schien, ist in der 9. Runde der Fußball-Bundesliga Gewissheit. Während der Underdog vom zweiten Tabellenrang lacht, muss sich der achtplatzierte Meister den Weg aus der Krise freikämpfen. Die aktuelle Situation vor Augen sah sich Salzburgs Trainer Huub Stevens vor dem Samstag-Duell sogar als Außenseiter.

"Wenn man auf die Tabelle schaut, aber auch wenn man sieht, wie erfrischend und gut die Rieder im Moment Fußball spielen - dann sind sie aufgrund der Tabellensituation Favorit", übte sich der Niederländer als Meister des Understatements. Sein Gegenüber Paul Gludovatz kämpft indes mit Verletzungssorgen und dem damit verbundenen dünnen Kader. "Wir sind in einer schwierigen Lage. Außerdem ist der Gegner im Aufwind. Hoffentlich explodieren sie nicht gegen uns", gab sich der Burgenländer vor seinem 80. Match (32-17-30) als Rieder Coach pessimistisch.

Seit sieben Pflichtspielen warten die Salzburger, die ihre Generalprobe für die Europa-League-Partie gegen Lech Posen absolvieren, schon auf einen vollen Erfolg. Sechs Punkte aus den ersten sechs Saisonspielen bedeutet einen Negativrekord in der Red-Bull-Ära. Mit einem torlosen Remis gegen die Austria am vergangenen Mittwoch ließ sich aber eine Aufwärtstendenz feststellen. "Das hat auch ein Blinder gesehen, dass die Jungs besser drauf sind als vorher", war Stevens ob der Vorstellung in Wien zuversichtlich.

Von einem Muss-Sieg in Anbetracht der Ausgangssituation wollte der Trainer der "Bullen" trotzdem nicht sprechen. "Ein Muss-Sieg ist schön und gut, aber wir müssen weiter unsere Chancen herausspielen und sie dann endlich auch verwerten", erklärte Stevens, der auch zugab: "Wir brauchen Punkte und müssen Boden gutmachen. Gerade gegen einen unmittelbaren Gegner." Statistisch gesehen kommt mit Ried ein in der Vergangenheit gern gesehener Kontrahent in die Mozartstadt. Seit dem 24. August 2002 (3:1) haben die Oberösterreicher in elf Partien nur zwei Zähler aus Salzburg entführt.

Diese Bilanz könnte aber aufgrund der aktuellen Stärke der "Wikinger" wackeln. In den vier Auswärtsauftritten dieser Saison feierte Ried drei Erfolge und ging nur in Innsbruck als Verlierer vom Platz. Mit einem 1:0 bei der Austria wies die Überraschungsmannschaft bereits einen Titelfavoriten in die Schranken. "Wenn wir unsere läuferischen Fähigkeiten bringen, können wir dagegenhalten", meinte Gludovatz.

Probleme hat der Rieder Trainer mit der Personaldecke. "Wir reisen wahrscheinlich nur mit 14 Feldspielern an", meinte Gludovatz, dem neben Oliver Glasner und Peter Hackmair mit Stefan Lexa ein weiterer Feldspieler länger ausfällt. Der Mittelfeldmann erlitt bei einem Foul von Rapids Jan Vennegoor of Hesselink einen Riss des Seitenbandes sowie einen Teilabriss des hinteren Kreuzbandes im linken Knie.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel