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Wallner schoss sein Tor aus Abseitsposition © APA (Krugfoto)

Nach 339 Minuten Wartezeit hat Roman Wallner Salzburg nicht nur wieder mit einem Tor beglückt, sondern auch auf die

Nach 339 Minuten Wartezeit hat Roman Wallner Salzburg nicht nur wieder mit einem Tor beglückt, sondern auch auf die Siegesstraße geführt. Nach sieben Pflichtspielen ohne vollen Erfolg feierte der Fußball-Meister den 1:0-Heimsieg gegen die SV Ried am Samstag mit seinen Fans. Trainer Huub Stevens gab seiner Mannschaft am Sonntag sogar frei.

Der Goldtreffer des ÖFB-Teamstürmers in der 53. Minute war allerdings mit einem Schönheitsfehler behaftet. Wallner stand bei der Vorlage von Dusan Svento in der 53. Minute klar im Abseits. Nicht die einzige Entscheidung des Schiedsrichterteams um Referee Christian Dintar, die bei den Riedern Kopfschütteln auslöste. Ein nur mit Gelb bedachtes, überhartes Einsteigen des Torschützen gegen Anel Hadzic sowie eine harte Roten Karte gegen Jan Marc Riegler (68.) wegen Torraubs lieferten noch nach Schlusspfiff in der Red Bull Arena Gesprächsstoff.

"In einem durchschnittlichen Spiel mit fragwürdigen Entscheidungen sind wir von einem bis dahin durchschnittlichen Schiedsrichter in eine Niederlage gelangt, die unglaublich ist. Wir wurden hier und heute ganz klar benachteiligt", schäumte Rieds Manager Stefan Reiter. Auch Paul Gludovatz zeigte sich nach seinem 80. Match als Rieder Coach unmittelbar nach dem Spiel nicht sehr erfreut. Wenig später merkte der Burgenländer ob der von Salzburg herbeigezogenen Ausgangslage aber bereits süffisant an: "Red Bull hat heute einen Favoriten geschlagen."

Die Rolle des Favoriten hatte Stevens im Vorfeld bereitwillig abgegeben. Nach dem ersten Liga-Erfolg seit dem 7. August durfte sich der Niederländer aber über eine gelungene Generalprobe für das wichtige Europa-League-Auswärtsspiel gegen Polens Titelträger Lech Posen am Donnerstag freuen. "Meine Mannschaft kämpft derzeit mit sich selbst. Aber auch durch Kampf ist sie zum Sieg gekommen und sie hat in der zweiten Spielhälfte Leidenschaft und Emotion gezeigt. Das Wichtigste war heute zu gewinnen", meinte Stevens.

Mit dem zweiten Saisonsieg im siebenten Liga-Spiel machte Salzburg gegen den auswärts bisher überraschenden Tabellenzweiten einen weiteren Schritt aus der Krise - die laut Simon Cziommer gar keine ist. "Die Krise wurde vor allem von außen reingetragen. Wir haben bisher alle an einem Strang gezogen und ziehen weiter alle an einem Strang", erklärte der Deutsche. Nun gelte es, "konsequent weiterzuarbeiten und die Spiele noch mehr zu dominieren".

Baustellen gibt es bei Salzburg allerdings noch einige. Die größte dürfte derzeit der Angriff sein, in dem Joaquin Boghossian bis zu seinem Austausch (Stevens: "Ich wollte ihn schützen") erneut eine unglückliche Figur machte. Die Chancenauswertung bleibt das große Manko der "Bullen". Salzburgs Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer hoffte aber, dass sich dies in den anstehenden englischen Wochen ändern könnte: "Die Mannschaft hat bisher unter ihren Möglichkeiten gespielt. Ich bin froh, dass es mit den Spielen jetzt Schlag auf Schlag geht. Denn die zerrupfte Zeit war sehr schlecht für uns."

Nach der Partie in Posen wartet kommenden Sonntag bereits die Chance zu Revanche für Ried. Im Innviertel fehlt den ohnehin dezimierten Oberösterreichern neben Riegler aber auch der im Finish ebenfalls ausgeschlossene Florian Mader. Gludovatz versprach trotzdem: "Wir werden unser Bestes geben." Dem widersprach indirekt Beiersdorfer: "Ich erwarte auch, dass wir in Ried erfolgreich sind und zeigen, dass der Aufwärtstrend weitergeht."

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