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Blatter ist mit dem neuen System zufrieden © APA (Archiv/epa)

Mit einem neuen Computersystem will der Weltverband FIFA das Transfersystem strenger kontrollieren und die Möglichkeiten zu

Mit einem neuen Computersystem will der Weltverband FIFA das Transfersystem strenger kontrollieren und die Möglichkeiten zu Geldwäsche und Korruption im Fußball effektiver bekämpfen. Ab Freitag werden alle internationalen Spielerwechsel über eine Online-Datei erfasst und kontrolliert. "Das ist ein historischer Moment für den Fußball", sagte FIFA-Präsident Joseph Blatter am Mittwoch in Zürich.

3.500 Vereine in 150 Ländern werden derzeit von dem System erfasst. Illegale Zahlungen zwischen Clubs oder Firmen sollen somit künftig verhindert werden. Das Prinzip ist relativ einfach. Vereine, die sich dem Netzwerk angeschlossen haben, müssen bei Transfers Details zu Spielern, beteiligten Agenten und Zahlungen angeben. Wer sich nicht registriert hat, kann keine Spielerwechsel auf internationalem Level mehr tätigen.

Wie viele Kontrolleure eingesetzt werden, um die Angaben zu überwachen, wollte die FIFA nicht bekanntgeben, kündigte aber harte Strafen bei Verstößen an, von Punktabzügen bis zu Transferverboten. "In einem Onlinesystem kann man nicht betrügen", formulierte der Chef der FIFA-Rechtsabteilung Marco Villiger die Erwartungen. Machen kaufender und verkaufender Club unterschiedliche Angaben, ist der Transfer ungültig.

Das System wird schon seit 2007 in fast allen großen Ligen getestet, ab Freitag ist es verbindlich. Alle Akteure müssen darin erfasst werden, ebenso die beteiligten Spielerberater, über die die FIFA eine bessere Kontrolle ausüben will. Erster Härtetest wird das kommende Transferfenster in der Winterpause sein.

Erfasst werden sollen auch alle transnationalen Vereinswechsel und professionellen Erstverträge von Spielern unter 18 Jahren. Damit soll dem unkontrollierten Handel mit Talenten aus Afrika und Südamerika Einhalt geboten werden. Eine Ausdehnung des Systems auf nationale Spielerwechsel sei ein Ziel für die Zukunft, so Villiger.

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