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Der Schweizer spult derzeit Einzeltrainings ab © APA (Archiv/epa)

21. Juni 2004, Estadio Cidade de Coimbra: Der Schweizer Johan Vonlanthen geht mit 18 Jahren und 141 Tagen im Spiel gegen

21. Juni 2004, Estadio Cidade de Coimbra: Der Schweizer Johan Vonlanthen geht mit 18 Jahren und 141 Tagen im Spiel gegen Frankreich (1:3) als jüngster EM-Torschütze in die Fußball-Geschichte ein. Wenige Jahre später befindet sich die Karriere des mittlerweile 24-jährigen, einstigen Wunderkindes auf dem Scheideweg. Nach einer Knieoperation im Mai arbeitet Vonlanthen in Salzburg im Einzeltraining.

In den Planungen des österreichischen Meisters spielt Vonlanthen keine Rolle mehr. Der hochdotierte Vertrag des Offensivspielers läuft im Sommer 2011 aus. Im Vorjahr war Vonlanthen an den FC Zürich verliehen gewesen, von einer Kaufoption machte der Club aber keinen Gebrauch, trat nicht einmal mit Salzburg in Verhandlungen - zu teuer. Der gebürtige Kolumbianer soll laut Schweizer Medien bei Red Bull seit 2006 jährlich eine Million Euro verdienen.

"Es gab noch zwei weitere Angebote aus der Schweiz, die wollte er aber offensichtlich nicht", erklärte Red Bulls Sportchef Dietmar Beiersdorfer. "Wir wären den Clubs auch entgegengekommen." Daher dreht Vonlanthen vorerst weiterhin vor Schloss Kleßheim einsam seine Runden, während seine Salzburger Kollegen in Poznan (Posen) um Europa-League-Punkte spielen. "Wir müssen ihn zuerst einmal fit bekommen. Dann sehen wir weiter, wie er wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann", sagte Beiersdorfer.

Wie lange das dauert, sei nicht abzuschätzen. Vonlanthen hatte sich im Mai einen Knorpelschaden im Knie reparieren lassen. Der Heilungsverlauf ist nach einer derartigen Operation schwer vorherzusagen. Einen Großteil des Sommers hatte der Schweizer im Krankenstand in Zürich verbracht, nun absolviert er seine Rehabilitation hauptsächlich im Red-Bull-Trainingszentrum in Taxham. Er wolle sich wieder zurückkämpfen, versicherte der 40-fache Schweizer Internationale (7 Tore).

In Salzburg scheint die Tür allerdings zu. "Wir müssen eine Lösung finden, wo ich längerfristig bleiben kann", hatte Vonlanthen im Sommer erklärt. Beim FC Zürich war er nach einem starken Herbst im Frühjahr kaum noch zum Einsatz gekommen. Eine Meniskusoperation im Februar hatte ihn aus der Bahn geworfen, davor hatte er im Dezember auch öffentlich "persönliche Probleme" eingestanden. Eine kurzfristige Reise nach Kolumbien war die Folge.

Einen passenden Abnehmer zu finden dürfte für die Salzburger so einfach nicht sein - trotz des unbestrittenen Talents, das der Kreativspieler mitbringt. "Er ist ein guter Fußballer, aber auch ein sehr sensibler Mensch", sagte Sportchef Beiersdorfer. "Und er hat schon im Frühjahr wenig gespielt." Fit dürfte Vonlanthen frühestens im Winter sein, ab Sommer ist er ablösefrei zu haben. Spätestens dann will er seiner Karriere wieder Schwung verleihen.

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