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Kraft muss vielleicht auf Wr. Neustadt hoffen © APA (rubra)

Der LASK taumelt derzeit durch die Bundesliga. Nach der 0:1-Heimpleite gegen das bisherige Schlusslicht Mattersburg übernahmen

Der LASK taumelt derzeit durch die Bundesliga. Nach der 0:1-Heimpleite gegen das bisherige Schlusslicht Mattersburg übernahmen die Linzer am Samstag nach der zehnten Runde die Rote Laterne und sehen sich mit einen Zweipunkte-Rückstand sowie mehreren Fragen konfrontiert: Ist der Abstieg noch abzuwenden? Sind Trainer und Club auf dem richtigen Weg?

Der harte Fan-Kern des Meisters des Jahres 1965 jedenfalls spricht zumindest in der Präsidenten-Frage eine eindeutige Sprache: Die "Reichel raus!"-Sprechöre wurden nach dem Abpfiff selbst auf der Laufbahn, auf der sich rund hundert Anhänger versammelten, laut. Während Präsident Peter-Michael Reichel vorerst zur aktuellen Situation schwieg, lehnte Trainer Helmut Kraft jede Form von Kaffeesud-Lesen ab: "Ich fürchte nicht um meinen Job. Wenn mann sich fürchtet, ist man der falsche Mann am Platz. Aber ich bin als Trainer für die Ergebnisse natürlich verantwortlich und werde jede Entscheidung, die die Führungsebene des Clubs in den nächsten Tagen trifft, akzeptieren", meinte der Tiroler lapidar - und zeigte Verständnis für den Unmut der Fans: "Wenn man Letzter ist und zu Hause gegen den Vorletzten verliert, gibt es wenig Fans, die das nicht negativ kommentieren."

Kraft war freilich "nach wie vor von der Qualität der Mannschaft überzeugt" sowie sicher, "dass sie besser ist als sie sich bisher präsentiert hat und auch von hinten wieder weg kommen wird". Kraft dachte dabei wohl auch an die Rückkehr der im Sommer verpflichteten Emin Sulimani sowie Klodian Duro, die am Samstag verletzungsbedingt passen mussten. Offensiv-Routinier Alexander Zickler, der sich nach der Partie auch dem aufgebrachtem Anhang stellte, ärgerte sich vor allem über die vergebenen Möglichkeiten: "In der ersten Hälfte haben wir eine halbe Stunde echt super gespielt, dann haben wir ein dummes Gegentor bekommen. Gleich nach der Pause dann die Super-Chance von Lukas Kragl, und dann haben wir leider den Faden verloren", sagte der Deutsche.

Trotz der letztlich ungenügenden Leistung blieb Kraft von Fankritik bisher verschont, der Großteil der Mannschaft hingegen ist in der Gunst stark gesunken: "Außer Mandl könnt ihr alle gehen!", hallte es zeitweise durch die Linzer Gugl, die mit zahlreichen oberösterreichischen Jungkickern gefüllt war. Denn in der Halbzeit ehrte man die 86 Nachwuchsmeister des Bundeslandes. Die Vorbildwirkung dürfte sich freilich in Grenzen gehalten haben.

Mattersburg hingegen konnte nach dem zweiten Saisonsieg und den vier Punkten aus dem "Doppel" gegen den LASK erst einmal aufatmen. "Das hat sehr, sehr gut getan. Der Sieg war völlig verdient", meinte Trainer Franz Lederer nach dem ersten Auswärtssieg der Burgenländer seit dem 4:2 am 6. März bei Austria Kärnten. Zehnmal in Folge war man seitdem in der Fremde als Verlierer vom Platz gegangen (3:26 Tore), im Kampf um den Klassenerhalt hat man viel Hoffnung geschöpft: "Jeder Sieg bringt Selbstvertrauen, wird jede Situation einfacher. Das ist psychologisch sehr, sehr gut", sagte Lederer.

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