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Stefan Hierländer köpfelte Salzburg zum Sieg © APA (rubra)

Österreichs Fußball-Meister Red Bull Salzburg ist am Sonntag ein weiterer kleiner Schritt aus seiner offensiven Schaffenskrise

Österreichs Fußball-Meister Red Bull Salzburg ist am Sonntag ein weiterer kleiner Schritt aus seiner offensiven Schaffenskrise gelungen. Der erste Auswärtssieg der laufenden Bundesliga-Saison - ein 2:1 in Ried - war allerdings nur einem Kopftor des wenige Sekunden zuvor eingewechselten Stefan Hierländer zu verdanken gewesen (87.).

Der mäßig gestartete Meister liegt damit als Siebenter nach Verlustpunkten nur noch fünf Zähler hinter Tabellenführer Wacker Innsbruck - und sogar vor den beiden Titelkonkurrenten Austria und Rapid. Die Hütteldorfer hatten sich in Kapfenberg mit einem torlosen Remis zufriedengeben müssen, haben von den vergangenen fünf Ligaspielen nur eines (3:1 gegen Kapfenberg) gewonnen.

Die Salzburger nahmen mit dem vierten Sieg gegen ihren neuen Lieblingsgegner Ried in Folge wieder Fahrt auf. Zuvor hatten sie in sechs Pflichtspielen nur zwei Tore erzielt. "Das ist ganz wichtig für das Selbstvertrauen. Jeder Sieg gibt Auftrieb. Die Mannschaft war aber immer eine Einheit, und die Stimmung innerhalb der Mannschaft ist immer gut gewesen", betonte Trainer Huub Stevens, der erneut auf den Brasilianer Alan als Solospitze gesetzt hatte.

Für die Entscheidung aber sorgte der eingewechselte Hierländer mit seiner ersten Ballberührung. Der Schachzug mit dem 19-Jährigen, der im Sommer von Absteiger Austria Kärnten geholt worden war, ging auf. "Mein Tor ist nebensächlich", gab sich der Goldtorschütze bescheiden. "Wichtig sind die drei Punkte. Diese kleine Serie ist wichtig, es ist ein Schritt in die richtige Richtung." Eine gewisse Verunsicherung sei im Team nämlich bereits zu spüren gewesen.

Von ihren jüngsten zehn Pflichtspielen haben die Bullen nur die beiden gegen Ried (1:0, 2:1) gewonnen. Die Länderspielpause kommt Stevens nun aber ungelegen. "Die Pause ist für uns schlecht, weil wir immer noch einige Spiele nachzuholen haben", sagte der Niederländer, der in den ersten 20 Minuten nach der Pause laut eigenen Angaben den Fußball gesehen hatte, den er sich von seiner Mannschaft vorstelle. Lediglich der erste Gegentreffer durch Anel Hadzic (85.) nach 438 Ligaminuten ohne einen solchen schmerzte.

Rapid hat andere Sorgen, ließ in Kapfenberg wieder einmal Großchancen in Hülle und Fülle aus. "Der Punkteverlust tut weh. Wir vergeben derzeit zu viele Chancen", gestand Trainer Peter Pacult. Nach sieben Spielen in drei Wochen seien einige Akteure geistig und körperlich nicht mehr ganz frisch. "Manche Spieler dürfen sich aber auch nicht damit zufriedengeben, wenn sie ein grün-weißes Leiberl anhaben", betonte Pacult.

In der nächsten Runde empfangen die Wiener am 16. Oktober Leader Innsbruck. "Wir müssen in den nächsten Spielen das Glück erzwingen, um wieder einen Lauf zu bekommen", meinte Rapid-Verteidiger Markus Katzer. Die Kapfenberger holten ihren ersten Punkt nach davor vier Niederlagen in Folge. "Damit können wir leben - vor allem, wenn der Gegner Rapid heißt", erklärte Offensivspieler David Sencar.

Gewonnen haben die Obersteirer seit ihrem Bundesliga-Aufstieg aber noch nie gegen den Rekordmeister. Deni Alar vergab im Finish im Konter die Großchance auf den Siegestreffer. "Wenn er nicht Angst vor dem Versagen gehabt hätte, wäre uns die Sensation gelungen", versicherte Kapfenberg-Coach Werner Gregoritsch. Im zehnten Duell mit Rapid gab es aber immerhin das zweite Remis.

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