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Hartes Training bei Sonnenschein in Hochfilzen © APA (Gindl)

Österreichs Biathleten wollen nach dem außergewöhnlich erfolgreichen Olympia-Winter in der kommenden Saison einen weiteren

Österreichs Biathleten wollen nach dem außergewöhnlich erfolgreichen Olympia-Winter in der kommenden Saison einen weiteren Schritt nach vorne machen. Die Ziele der rot-weiß-roten Skijäger sind hoch gesteckt, neben Weltcuperfolgen hat man sich auch Medaillen bei der WM in Chanty-Mansijsk vorgenommen. Bewährtes Betreuungspersonal in teils neuen Rollen soll dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

Die Protagonisten der noch vor vier Jahren wegen des Dopingskandals von Turin vielgescholtenen ÖSV-Sparte blicken nach einer weitgehend reibungslosen Vorbereitung jedenfalls optimistisch Richtung Winter. "Wir wollen uns weiter verbessern. Wir sind gut aufgestellt und streben wieder Weltcupsiege, Stockerlplätze und Medaillen an", betonte Markus Gandler, der neuerdings den Titel "Sportlicher Leiter für Biathlon und Langlauf" trägt, am Montag in Hochfilzen.

Die Änderung der Funktionsbezeichnung ist aber nicht die einzige Neuerung im nordischen Lager. Denn Gandler kümmert sich zukünftig wieder verstärkt um den zuletzt von seiner Person etwas vernachlässigten Langlauf. Außerdem wurde Reinhard Gösweiner, der eine von zwei Biathlon-Trainingsgruppen betreut, zum alleinigen ÖSV-Cheftrainer bestellt. Der bisher gleichgestellte Alfred Eder ist "nur" noch Betreuer der zweiten Weltcup-Gruppe um seinen Sohn Simon. Zudem gibt es mit Wolfgang Korosec einen neuen Biathlonkoordinator, er folgte Walter Gapp nach.

Daneben dürfen die Skijäger endlich wieder auf ein komplettes Budget zurückgreifen. Die "Schulden" der Eine-Million-Dollar-Geldstrafe aus dem Turin-Skandal sind getilgt. "Wir haben einige schwierige, aber auch erfolgreiche Jahre hinter uns. Flexibel zu sein war in den letzten Jahren nicht leicht, das ist jetzt mit viel weniger Bauchweh verbunden", sagte Gandler.

Der ehemalige Langläufer ist stolz auf die positive Entwicklung der Biathleten trotz schwieriger Rahmenbedingungen. "Es gibt salopp gesagt im Weltcup 40 Leute, die einen Sieg erringen können, da sind wir mit sechs Athleten dabei", betonte Gandler.

Alles ist dennoch nicht eitel Wonne im Biathlonlager. Denn während die Herren regelmäßig für Podestplätze sorgten, waren die Damen davon weit entfernt und werden es wohl auch mittelfristig bleiben. Es mangelt wie im Langlauf weiterhin an vielversprechendem Nachwuchs. Durch die zusätzlichen finanziellen Mittel sollen die Damen aber bis Olympia 2014 fix im Weltcup verankert werden, damit man zumindest in den Mixed-Staffel-Bewerben mitmischen kann. "Wir wollen nicht nur Männer-Biathlonnation sein", stellte Gandler klar.

Seine männlichen Schützlinge haben die Latte aus dem Vorjahr mit vier Saisonsiegen plus weiteren 14 Podestplätzen und den Rängen zwei (Christoph Sumann), sechs (Dominik Landertinger), acht (Simon Eder) und zwölf (Daniel Mesotitsch) in der Gesamtwertung denkbar hoch gelegt. Ähnliche Erfolge will man auch in diesem Winter erreichen.

Leitwolf Christoph Sumann ist dafür bestens gerüstet und laut eigenen Angaben so gut in Form wie noch nie. Vom Angriff auf den im Vorjahr knapp verpassten Gesamtweltcup will er aber vorerst noch nichts wissen. "Dafür muss alles passen, das ist nicht planbar, das passiert. Über den Gesamtweltcup rede ich frühestens Anfang März", so der 34-jährige Olympia-Zweite.

Dafür ist WM-Gold der große Traum des Massenstart-Vizeweltmeisters. "Nach vier Silbernen soll jetzt endlich Gold her. Wir wollen aber vor allem in der Staffel nach zwei zweiten Plätzen den Sieg und natürlich wäre Gold im Einzel auch sehr schön", meinte Sumann.

Weltmeister Dominik Landertinger, in der Loipe wie Sumann immer unter den Schnellsten, sieht noch Luft nach oben. "Ich will im Gesamtweltcup in die Top Drei, außerdem möchte ich zwei WM-Medaillen", bekräftigte der erst 22-Jährige Wahl-Hochfilzener. Dafür hat sich der Oberösterreicher über den Sommer verstärkt dem Schießen gewidmet, zusätzlich konnte er durch diesmal ausgebliebene Krankheiten auch mehr Trainingskilometer abspulen.

Auch Schnellschütze Simon Eder hat WM-Edelmetall im Visier. "Eine Einzelmedaille ist das große Ziel, aber es ist schwierig genug, sich überhaupt zu qualifizieren und dann muss man auch noch im März in Hochform sein", meinte der Salzburger, mit dem Verweis auf den späten WM-Termin Anfang März.

Neben der WM steht für die Österreicher mit den Bewerben Mitte Dezember in Hochfilzen ein zweiter Saisonhöhepunkt am Programm. "Natürlich wollen wir auch da um den Sieg mitlaufen. Hochfilzen hat für uns einen sehr hohen Stellenwert", sagten Gandler und Sumann unisono. Die Veranstalter in Hochfilzen erwarten sich nach den jüngsten Erfolgen diesmal eine weitere Steigerung auf bis zu 40.000 Besucher.

Die je 33 Bewerbe umfassende Weltcupsaison beginnt Ende November in Östersund. Zuvor steht für die ÖSV-Truppe noch ein Trainingsblock mit den ersten Schnee-Einheiten Ende Oktober in Norwegen an.

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