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Teamchef Krankl litt gegen Aserbaidschan sehr © APA (Archiv/Schlager)

Auch wenn Aserbaidschans nicht zu den Fußball-Großmächten zählt - die Fähigkeit, einem Favoriten ein Bein zu stellen, hat

Auch wenn Aserbaidschans nicht zu den Fußball-Großmächten zählt - die Fähigkeit, einem Favoriten ein Bein zu stellen, hat Österreichs kommender EM-Qualifikationsgegner schon des öfteren bewiesen. Selbst die ÖFB-Auswahl machte schon unliebsame Bekanntschaft mit den Aserbaidschanern: In der Qualifikation für die WM 2006 war das Land der Sargnagel für Teamchef Hans Krankl.

Rot-Weiß-Rot setzte sich im September 2004 in Wien zwar mit 2:0 durch, ein Jahr später jedoch reichte es in Baku nur zu einem 0:0. Die momentane Nummer 102 der Weltrangliste - Österreich ist 61. - hat aber noch weit prominentere Teams auf der Abschussliste. In der Qualifikation für die WM 1998 wurde die Schweiz mit 1:0 besiegt, in der EURO-2000-Quali zog Portugal mit 0:1 den Kürzeren, in der Qualifikation für die WM 2002 mussten sich die Slowaken 0:2 geschlagen geben und im Rennen um eine Teilnahme an der EM 2004 kassierte Serbien-Montenegro eine peinliche 1:2-Niederlage gegen den Underdog.

Diese Achtungserfolge änderten aber nichts daran, dass die mit einem 1:6 in Deutschland in die aktuelle EM-Qualifikation gestarteten Aserbaidschaner der Teilnahme an einem großen Turnier seit ihrer Aufnahme in die FIFA und UEFA 1994 nie wirklich nahe kamen. In der vergangenen WM-Qualifikation wurden in zehn Partien gerade einmal fünf Punkte ergattert. Vier davon holten die Aserbaidschaner gegen Liechtenstein, einen überraschend gegen Russland.

Damals fungierte bereits Berti Vogts als Teamchef. Der frühere deutsche Nationaltrainer trat sein Amt im April 2008 an und besitzt einen Vertrag bis zum Ende der laufenden EM-Qualifikation. Auf wirkliche Top-Stars kann der Weltmeister von 1974 nicht zurückgreifen, schließlich scheinen im derzeitigen 24-Mann-Aufgebot mit Raschad Sadigow (Eskishehirspor/TUR) und Mahir Schukurow (Machatschkala/RUS) nur zwei Legionäre auf.

Dies hat aber den Vorteil, dass Vogts seine Teamspieler weit länger als seine europäischen Teamchefkollegen zur Verfügung hat. Für die Österreich-Partie etwa reiste die Auswahl aus dem zwischen Kaukasus und Kaspischem Meer gelegenen Neun-Millionen-Einwohner-Staat bereits am Sonntag an - einen Tag, bevor die von der FIFA vorgeschriebene Abstellungspflicht beginnt.

In Wien gelandet ist auch Aras Abdullajew, der als größtes Talent des Landes gilt. Laut britischen Medienberichten hat sich Everton bereits die Rechte an dem 18-jährigen Mittelfeldspieler gesichert. Sofern es mit der Arbeitsgenehmigung keine Probleme gibt, soll der dreifache Internationale im Winter von Neftschi Baku zum Club aus Liverpool wechseln.

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