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Damen-Cheftrainer Mandl ist zuversichtlich © APA (Expa/Groder)

Ohne das zurückgetretene Speed-Ass Maria Holaus, aber dafür wieder mit Nicole Hosp. Österreichs alpines Damenskiteam,

Ohne das zurückgetretene Speed-Ass Maria Holaus, aber dafür wieder mit Nicole Hosp. Österreichs alpines Damenskiteam, vergangenen Winter in Vancouver mit vier Medaillen inklusive Super-G-Gold für Andrea Fischbacher olympischer Rettungsanker schlechthin, geht zuversichtlich in die kommende Saison, deren Höhepunkt die Februar-WM in Garmisch-Partenkirchen ist.

Die große Kristallkugel ist aber kein erklärtes Saisonziel für die Damen von Cheftrainer Herbert Mandl. Mandl hat im Gegensatz zu Toni Giger das "Köpferollen" im Skiverband überstanden. Im ganzen Damenteam gab es lediglich einen Trainer-Tausch (Hannes Zöchling ersetzt Roland Brunner als Kondi-Coach), sonst blieb alles unverändert. "Köpfen kann man schnell. Wir mussten uns keiner Schuld bewusst sein", blickte Mandl noch einmal auf den vergangenen Winter und da vor allem die schwache Abfahrts-Performance zurück.

Die dürfte auch im kommenden Winter "Krisenzone" bleiben, weil die meisten aktuellen Speed-Spezialistinnen eher kleingewachsen und leichtgewichtig sind. Für Mandl ist das eine "natürliche Welle", die sich aber bald nach oben drehen könnte, denn im Nachwuchsbereich sind nun bereits 50 Prozent der Mädchen wieder größer gewachsen.

Das wird aber natürlich seine Zeit brauchen. Bis dahin müssen sich die Nachfolgerinnen von Alexandra Meissnitzer, Michaela Dorfmeister und Renate Götschl vor allem an Elisabeth Görgl und Super-G-Olympiasiegerin Fischbacher ("Das war genial, ich will mehr davon") messen.

Mandl und seine Bereichsleiter Jürgen Kriechbaum (Abfahrt) und Günther Obkircher (Technik) haben sich daher vorrangig den Gewinn kleiner Weltcup-Kugeln und WM-Medaillen - Mandl: "Wir haben vier bis fünf Siegfahrerinnen" - zum Ziel gesetzt. "Den Gesamtweltcup kann man nicht planen, der ist immer formabhängig", erklärte Mandl am Mölltaler Gletscher. "Es ist aber nicht auszuschließen, dass sich auch für uns im Laufe der Saison die Chance ergibt, selbst um die große Kugel zu kämpfen."

Am ehesten könnte man das neben der frisch verliebten Görgl und der allerdings noch immer zu Trainings-Pausen gezwungen Kathrin Zettel einer Nicole Hosp zutrauen, obwohl die Tirolerin nach ihrem Kreuzbandriss einmal mehr eine Comeback-Saison bestreitet. Im Training war die risikoverliebte Tirolerin schon wieder bei den Schnellsten dabei, bezahlte ihre Angriffslust jüngst aber im Mölltal nach einem Einfädler mit einem kapitalen Sturz und einer neuerlichen mehrwöchigen Zwangspause. Seit wenigen Tagen ist Hosp aber wieder am Trainieren.

"Mir geht's gut. Beim Sturz habe ich wenigstens gesehen, dass alles wieder hält", erklärte die 26-jährige Tirolerin lachend. Den Söldener Rennhang, auf dem sie vor knapp einem Jahr den Winter schon im ersten Saisonrennen wieder hatte beenden müssen, bewältigte sie bereits wieder auf Skiern.

Während Marlies Schild und Eva-Maria Brem beim Gletscherauftakt noch passen werden, ist Hosp fix dabei. Die drei offenen Plätze werden kommende Woche ausgefahren wobei sich arrivierte Fahrerinnen wie Anna Fenninger mit Konkurrentinnen aus dem neu organisierten und von Bernd Brunner überwachten Nachwuchsbereich zu messen haben.

"Alles kein Problem. Mir taugt, dass die Zeit der Therapie vorbei ist und sich alles in die richtige Richtung bewegt", erklärte Hosp. "Ich will bis zu meiner halben Heim-WM wieder in der Lage sein, um Medaillen mitzufahren."

Dazu muss sich die Bichlbacherin vor allem im Riesentorlauf wieder in den Startlisten nach vorne kämpfen. Sölden steht daher unter einem speziellen Motto. "Gesund ins Ziel kommen und Punkte sammeln."

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