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Deutschland-Coach Löw vor Prestige-Duell in Berlin © APA (dpa)

Berlin fiebert dem EM-Qualifikationsduell Deutschland gegen Türkei entgegen. Während die deutschen Gastgeber vor der brisanten

Berlin fiebert dem EM-Qualifikationsduell Deutschland gegen Türkei entgegen. Während die deutschen Gastgeber vor der brisanten Partie in der Österreich-Gruppe A am Freitagabend (20.45 Uhr/live ZDF) kühlen Kopf bewahren wollen, sind die Gäste heiß auf das "Heimspiel" im ausverkauften Olympiastadion.

In der weltweit größten türkischen Gemeinde außerhalb der Türkei wollen die erwarteten 30.000 türkischen Fans im Stadion ihr Team zum Sieg peitschen. Nach zwei Erfolgen aus zwei Spielen rangiert die Türkei vor dem Schlagerspiel punktgleich mit Spitzenreiter Deutschland am zweiten Gruppenrang. Österreichs nächster Gegner Belgien strebt auswärts gegen Kasachstan indes den ersten Sieg im Rennen zur EM-Endrunde 2012 an.

"Ich bin mir sicher, dass das ein Heimspiel für uns ist. Das wird ein Festtag", meinte der türkische Teamkicker Nuri Sahin von Borussia Dortmund. Die Mannschaft vom Bosporus, die Revanche für die Halbfinalniederlage bei der EURO 2008 nehmen will, baut neben der Unterstützung von den Rängen vor allem auf die taktischen Finessen von Startrainer Guus Hiddink. Dessen Gegenüber Joachim Löw stellte am Tag vor dem Härtetest klar: "Die Türkei ist unser stärkster Gegner in der Gruppe. Trotzdem bin ich sehr optimistisch."

Den ehemaligen Coach von Fenerbahce Istanbul (1998/99) plagen mit einem hochmotivierten Gegner, einem fehlenden Bastian Schweinsteiger und vielen WM-Spielern ohne Top-Form einige Probleme. Mit einem Sieg gegen die Türken und einem weiteren "Dreier" vier Tage später in Kasachstan könnte Löw entspannter nach vorne blicken. Von einem Schlüsselspiel wollte der Bundestrainer vor dem das 60. Länderspiel unter der Regie aber nicht sprechen.

"Wir wollen die Dominanz zeigen, wie wir es bei der WM geschafft haben und fußballerisch glänzen", forderte Löw von seiner Mannschaft. Für Schweinsteigers Rolle im defensiven Mittelfeld ist Toni Kroos Topkandidat. Löw nannte aber auch Christian Träsch und den eigentlich offensiven Thomas Müller als Kandidaten. Als Solospitze soll Miroslav Klose in seinem 104. Länderspiel für Tore sorgen.

Neben Löw hat auch Hiddink Personalsorgen im Mittelfeld. Arda Turan, der in den Spielen gegen Kasachstan (3:0) und Belgien (3:2) gleich zweimal getroffen hatte, fällt wegen einer Adduktorenverletzung definitiv aus. Anstelle des Galatasaray-Kickers soll Sahin im Mittelfeld einlaufen. Der seit August im Amt weilende Hiddink sieht sich noch am Beginn seiner Arbeit, will aber in Berlin ein Ausrufzeichen setzen. "Deutschland ist Favorit auf den Gruppensieg, aber wir müssen zeigen, dass das auch unser Ziel ist", erklärte der Niederländer.

Beide Teams bemühten sich vor der vom englischen WM-Finalreferee Howard Webb geleiteten Partie, die Lage nicht unnötig aufzuheizen. "Ich hoffe, dass Fairplay herrscht auf Straßen und Rängen und dass wir ein Fußballfest haben werden", sagte Deutschlands Kapitän Philipp Lahm. Mit seinem Bayern-Kollegen Hamit Altintop drehte der 26-Jährige extra einen TV-Spot, der auch im türkischen Fernsehen gezeigt wird. "Hamit hat gesagt, wie heiß die Türkei auf das Spiel ist. Uns geht es nicht anders", berichtete Lahm.

Knapp 3.900 Kilometer östlich von Berlin wollen Belgiens "Rote Teufel" vor dem Heimspiel gegen Österreich am kommenden Dienstag die Erfolglosigkeit beenden und Selbstvertrauen tanken. Die nach Duellen mit Deutschland und der Türkei noch punktlose Mannschaft von Georges Leekens ist in Astana gegen Schlusslicht Kasachstan zum Siegen verdammt. Vor allem in der Offensive klappte es für Leekens noch nicht nach Wunsch. "Wir müssen im Angriff kaltschnäuziger sein", verlangte der Teamchef.

Neben dem gesperrten Verteidiger Vincent Kompany (Manchester City) sowie den verletzten Thomas Vermaelen (Arsenal) und Moussa Dembele (Fulham) fehlt Belgien möglicherweise auch Daniel van Buyten. Der Bayern-Legionär hatte bei der Niederlage in Dortmund eine Schädelprellung erlitten.

Nicht gerade glücklich zeigte sich Leekens dieser Tage mit der Terminplanung seines Kurzzeit-Vorgängers Dick Advocaat. "Ich hätte lieber zuerst gegen Österreich gespielt und dann erst in Kasachstan. Wenn wir am Samstag zurückkehren, haben wir eine Reise von neun Stunden in den Beinen. Das ist kein Vorteil", meinte der 61-Jährige gegenüber der Tageszeitung "De Standaard".

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