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Özil spielt gegen das Heimtland seiner Eltern © APA (dpa)

In der Türkei steht Mesut Özil am Freitag unter Sonderbeobachtung. "Türke gegen Türke" und "Mesut gegen uns" titelten die

In der Türkei steht Mesut Özil am Freitag unter Sonderbeobachtung. "Türke gegen Türke" und "Mesut gegen uns" titelten die Blätter am Bosporus vor dem EM-Qualifikationsspiel in Berlin. Die Gazetten sind voll vom "Bruderkampf", den viele Fans in der Partie des deutschen Fußball-Nationalspielers gegen die Türken sehen.

Das Land hadert mit dem verlorenen Sohn, der sich für Deutschland und gegen die Heimat der Eltern entschieden hat. Die Zeitungen beschäftigen vor allem zwei Fragen: Wird er ein Tor gegen uns machen? Und Wie wird er sich dann freuen? "Das entscheide ich spontan", hatte Özil selbst noch offen gelassen, wie er im Falle eines eigenen Torerfolgs gegen "meine Freunde" reagieren würde.

Viele Türken teilen die Meinung von Hamit Altintop, der sich einst für die Türkei entschied, aber für den FC Bayern kickt. "Es heißt doch Länder-Spiel. Man hört die Hymne, und da spielt man doch für das Land, dem man sich zugehörig fühlt", sagte der Münchner Profi in einem Interview. Der in Gelsenkirchen geborene Özil hatte betont: "Für mich kam keine andere Nation infrage." Was in der Türkei erneut für Diskussionen sorgte.

Die große türkische Tageszeitung Hürriyet hatte in diesen Tagen ein Interview mit Özil veröffentlicht, das dieser laut DFB-Angaben allerdings nie gegeben habe. "Fanatik" erinnerte an das von der Türkei nur knapp verlorene Halbfinale bei der EURO 2008 und verfiel in eine Wortwahl, die längst Vergangenheit schien: "Jetzt werden wir die (deutschen) Panzer zerstören und stärkstes Team der Gruppe."

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