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Mirko Vucinic jubelt über seinen Treffer © APA (epa)

Nur noch drei Fußball-Nationalteams sind in der relativ jungen EM-Qualifikation ohne Punktverlust und Gegentor: Österreich,

Nur noch drei Fußball-Nationalteams sind in der relativ jungen EM-Qualifikation ohne Punktverlust und Gegentor: Österreich, Schweden und Montenegro. Die Montenegriner sind bis dato die größte Überraschung, unter der Leitung von Zlatko Kranjcar führen sie nach drei 1:0-Siegen die Gruppe G an. Am Freitag wurde auch die Schweiz in Podgorica dank eines Treffers von Mirko Vucinic bezwungen.

"Wir rechnen jetzt nicht. Aber Europa hat gesehen, dass Montenegro über eine starke Mannschaft verfügt", versuchte Kranjcar die Euphorie ein wenig zu bremsen. Die Freude ist aber groß, wie auch der Jubel des Gold-Torschützen zeigte: Vucinic traf aus spitzem Winkel, zog sich die Hose aus, stülpte sich diese über den Kopf und sah dafür die Gelbe Karte.

Auch der enttäuschte Schweizer Cheftrainer Ottmar Hitzfeld verheimlichte seine Überraschung über die Leistungen der Balkan-Truppe, die erst seit drei Jahren als unabhängige Nation spielen darf, nicht: "Niemand konnte erwarten, dass Montenegro in den ersten drei Spielen neun Punkte holt. Das ist eine kleine Sensation." In der Gruppe könnte sich ein spannender Kampf um die Top-Zwei-Plätze zwischen Montenegro, England und der Schweiz entwickeln.

Am Dienstag wartet auf die Montenegriner, bei denen Ex-Rapidler Branko Boskovic im Mittelfeld spielt, mit dem Auswärtsmatch gegen England die bisher härteste Prüfung. Und auch Bulgarien möchte noch ein Wörtchen mitreden, schließlich hat Lothar Matthäus mit einem 1:0-Sieg in Cardiff gegen Wales einen gelungenen Einstand als Teamchef gefeiert. Die Bulgaren hatten nach dem enttäuschenden Quali-Auftakt mit Niederlagen gegen England und Montenegro Stanimir Stoilow gefeuert und Matthäus verpflichtet. "Es ist kein einfacher Weg. Aber ich bin nach Bulgarien gekommen, um das Unmögliche möglich zu machen", verkündete der deutsche Ex-Betreuer von Rapid und Red Bull Salzburg.

"Der Erfolg freut mich sehr", sagte Verbandschef Borislaw Michailow. Die Situation sei allerdings "nicht besonders angenehm und die Chancen noch immer minimal", warnte Michailow. Neben Deutschland (3:0 gegen die Türkei) haben sich am Freitag auch andere Topteams wie Spanien, Niederlande und Portugal recht souverän durchgesetzt. Welt- und Europameister Spanien besiegte in Salamanca Litauen 3:1, alle drei Treffer durch Fernando Llorente (2) und David Silva wurden per Kopf erzielt. "Wir hatten in den ersten 45 Minuten keine gute Form. Danach haben wir uns verbessert und verdient gewonnen", analysierte Spaniens Weltmeister-Macher Vicente del Bosque.

Die Portugiesen dürfen in Gruppe H nach einem 3:1-Heimerfolg in Porto gegen Dänemark ein wenig aufatmen, die Stars Nani (2) und Cristiano Ronaldo erzielten die Tore. In Gruppe E bleibt WM-Finalist Niederlande dank eines 1:0 in Moldawien voll auf Kurs. Italien kam hingegen in Gruppe C in Nordirland nicht über ein 0:0 hinaus. "Ich bin zufrieden. Wir haben an einem schwierigen Ort auf Sieg gespielt und bis zum Schluss gekämpft", lautete der dennoch glückliche Kommentar von Italiens neuem Teamchef Cesare Prandelli nach dem Remis. In der gleichen Gruppe blamierte sich Serbien daheim gegen Estland (1:3). Und in Gruppe B musste sich die Slowakei in Armenien 1:3 geschlagen geben. (Schluss) hal/mgä

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