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Wieder einmal Lust statt Frust bei den Franzosen © APA (epa)

Adieu Tristesse: In Frankreich scheint die Fußball-Welt wieder in Ordnung zu sein. Mit dem 2:0 in der EM-Qualifikation über

Adieu Tristesse: In Frankreich scheint die Fußball-Welt wieder in Ordnung zu sein. Mit dem 2:0 in der EM-Qualifikation über Rumänien besiegte die "equipe tricolore" den Heimfluch sowie WM-Frust - und übernahm nach dem zweiten Quali-Triumph in Folge die Spitze der Gruppe D. Trainer, Spieler, Fans und Medien sind jedenfalls entzückt.

"Das Leben ist schön", lautete etwa die Schlagzeile der Sportzeitung "L'Equipe" vor dem nächsten Duell am Dienstag in Metz gegen Außenseiter Luxemburg. Nach zuvor mehr als einem Jahr ohne Heimsieg ließ sich Coach Laurent Blanc gar zu einer gewagten Prophezeiung hinreißen: "Wir sind dabei, etwas Großes aufzubauen." Und das ohne den noch verletzten Bayern-Star Franck Ribery, den noch gesperrten WM-Kapitän Patrice Evra und den nach seiner verbalen Entgleisung bei der WM in Südafrika wohl für immer in Ungnade gefallenen Stürmer-Star Nicolas Anelka.

Mit Hilfe eines neuverpflichteten Mentaltrainers will Blanc den Wiederaufbau vorantreiben und dafür sorgen, dass seine zumeist jungen und unerfahrenen Schützlinge den nächsten heimischen Pflichttermin gegen die Amateurkicker aus Luxemburg nicht auf die leichte Schulter nehmen. Schließlich schaffte der Außenseiter aus dem Großherzogtum am Samstag ein 0:0 gegen jene Weißrussen, die zum Start der EM-Quali sensationell 1:0 in Frankreich gewonnen hatten. "Wir wissen, wie wichtig noch ein Sieg und der erste Platz für unser Selbstvertrauen sind. Wir wollen die Winterpause ja warm verbringen", erklärte Blanc.

Ein Gesamtkunstwerk war der Dreier gegen die Rumänen bei aller Euphorie noch nicht. Der Sieg im Pariser Vorort St. Denis kam erst spät zustande - den eingewechselten Loic Remy (83.) und Yoann Gourcuff (93.) gelangen die späten erlösenden Tore für den Ex-Welt- und -Europameister. Die Rumänen beschränkten sich auf Konter, hätten bei Sapunarus Stangenschuss (71.) aber sogar in Führung gehen können.

Hinterher war den 79.300 Zuschauern im ausverkauften Stade de France das alles egal. "Allez la France", hallte es noch lange nach dem Abpfiff von den Rängen. "Die Blauen versöhnen sich mit den Fans", stellte die Zeitung "Le Monde" fest. "L'Equipe" titelte auf Seite eins: "Das macht Spaß". Und "Le Parisien" bescheinigte der jungen Truppe um Remy (23), Gourcuff (24), Karim Benzema (22), Dimitri Payet (23), Samir Nasri (23) und Yann M'Vila (20) etwas, das die Fans zuletzt vermisst hatten - "Charakter".

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