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Montenegros Star Mirko Vucinic glaubt an Sensation © APA (epa)

Montenegros Überraschungsteam reist in der EM-Qualifikation alles andere denn als Touristengruppe auf die britische Insel. "Wir

Montenegros Überraschungsteam reist in der EM-Qualifikation alles andere denn als Touristengruppe auf die britische Insel. "Wir fahren nicht zum Shopping nach London", sagte Teamchef Zlatko Kranjcar vor der Partie gegen England. Im Wembley-Stadion wollen die bis dato makellosen Kicker einen "Bonuspunkt" mitnehmen, um im Rennen um einen Startplatz für die EM 2012 auf Kurs zu bleiben.

Nach drei Partien hält Montenegro ohne Punktverlust und Gegentor. 1:0-Erfolge gegen Wales, Bulgarien und die Schweiz lösten in dem 620.000-Einwohner-Land Begeisterung aus. Im seit 2006 unabhängigen Staat feiert die Bevölkerung das "Wunder Tabellenführung". In der Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika hatte Montenegro nur eines von zehn Spielen gewonnen. Als Spitzenreiter der Gruppe G muss das Team um Stürmer Mirko Vucinic von der AS Roma nun im Mutterland des Fußballs bestehen.

Erst im März greift Montenegro nach der Partie in London wieder ins Geschehen ein. "Dann spielen wir zu Hause gegen Bulgarien und Wales. Holen wir vier Punkte, ist uns der zweite Platz nicht mehr zu nehmen", rechnete Ex-Rapidler Kranjcar vor. Der auch in Österreich nicht unbekannte Verbandspräsident Dejan Savicevic hatte bereits betont, im Moment nur das Playoff der Gruppenzweiten ins Auge gefasst zu haben. "Jeder Punkt gegen die Engländer, egal, ob daheim oder auswärts, wäre ein großer Bonus. Aber wir sollten nicht unrealistisch sein und glauben, dass wir am Ende vor ihnen liegen", meinte der ehemalige Starspieler Jugoslawiens, der bei Rapid (1999 bis 2001) seine Karriere beendet hatte.

So ganz chancenlos wähnt sich Montenegro gegen die nach zwei Spielen ebenfalls noch ohne Verlustpunkt haltenden Engländer nach den jüngsten Erfolgen trotzdem nicht. "Diese Mannschaft hat die Fähigkeit, Fehler von England auszunutzen", meinte Kranjcar. Der seit Februar im Amt weilende Kroate wird es gegen die Briten wohl erneut mit einem dichten Mittelfeld hinter Solo-Spitze Vucinic versuchen. In der Start-Elf standen gegen die Schweiz mit den bei Rapid ausgemusterten Milan Jovanovic und Branko Boskovic zwei Ex-Bundesliga-Legionäre.

England irritierte der Erfolgslauf des Gegners im Vorfeld nicht unbedingt. Zu groß ist das Vertrauen von Fans und Medien in ihr Team. Dass die "Three lions" gegen das kleine Montenegro ausrutschen könnten, scheint im Bereich des Unmöglichen. Mehr als mit Montenegro beschäftigte die Frage nach der Fitness von Wayne Rooney. Der zuletzt am Knöchel verletzte Stürmer von Manchester United soll in seinem 68. Länderspiel die nötigen Tore erzielen. Als Partner im Angriff stehen in Abwesenheit des verletzten Jermain Defoe der formstarke Darren Bent, Peter Crouch sowie Teamneuling Kevin Davies parat.

Teamchef Fabio Capello musste mit den Verteidigern John Terry und Phil Jagielka sowie Flügelspieler Aaron Lennon drei weitere Profis wegen Verletzungen aus dem Kader entlassen. In die Start-Elf zurückkehren könnte hingegen Rio Ferdinand. Ob der Innenverteidiger wieder die Kapitänsschleife von Steven Gerrard übernehmen wird, ist in Englands Boulevard ebenfalls ein größeres Thema als Gegner Montenegro.

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