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Nach dem direkten Duell folgen leichtere Aufgaben © APA (Archiv/dpa)

Deutschland und die Türkei, die Favoriten in der Österreich-Gruppe, haben wie das ÖFB-Team Auswärtsaufgaben vor sich. Doch im

Deutschland und die Türkei, die Favoriten in der Österreich-Gruppe, haben wie das ÖFB-Team Auswärtsaufgaben vor sich. Doch im Gegensatz zur Truppe von Didi Constantini, für die die Trauben in Belgien hoch hängen, stehen die zwei Großen vor leichten Aufgaben. Deutschland verteidigt in Kasachstan seine Tabellenführung. Türkei möchte in Aserbaidschan von Österreich den zweiten Platz zurückholen.

Für die Deutschen ist das Länderspiel hinter dem Ural eine Premiere, haben sie doch wegen das großteils in Asien liegende Land, das erst seit 1994 FIFA-Mitglied ist und seit 2002 der UEFA angehört, noch kein Länderspiel bestritten. Es gibt nur ein Ziel und keine Ausreden: Drei Punkte sind gegen den unbequemen Außenseiter trotz beschwerlicher 4.000-km-Anreise mit einer Zeitverschiebung von vier Stunden, Kälte (während der Nacht um den Gefrierpunkt) und ungewohntem Kunstrasen unter dem Hallendach eingeplant.

"Da kann schon einiges schief gehen. Wir müssen auf der Hut sein. Es wird ein hartes Stück Arbeit auf uns zukommen, aber wir werden auch diese Hürde meistern", meinte DFB-Teamchef Joachim Löw, der mit dem nicht fitten Ballzauberer Mesut Özil (Fußprellung), aber ohne Jerome Boateng (Magenprobleme) und nur mit 18 Mann nach Astana reiste. Sollte Özil wie vom Coach erwartet fit sein, vertraut Löw jener Elf, die gegen die Türken vor allem nach der Pause formidabel agierte und 3:0 gewann.

"Wir haben genug Klasse, den einen oder anderen Akteur zu ersetzen", sagte Löw, und Sami Khedira von Real Madrid meinte vor dem letzten EM-Quali Auftritt des Jahres: "Wir können uns da nur selbst schlagen." Löw schätzt die nach zwei Partien noch punkt- und torlosen Kasachen, die in Salzburg im Finish 0:2 verloren haben, "auf jeden Fall stärker" als Aserbaidschan ein. Die Deutschen, die von ÖFB-Spion Ernst Weber beobachtet werden, überließen nichts dem Zufall.

Sie haben sogar einen ausgetüftelten Anti-Jetlag-Plan vom Teamarzt ausarbeiten lassen. "Der ganze Tagesablauf ist so gestaltet, als ob wir in der Heimat wären", verriet Teammanager Oliver Bierhoff. Das ging sogar soweit, dass die Vorhänge im Hotel verstärkt wurden, damit Özil und Co, in deren Reihen der fehlende Sebastian Schweinsteiger abermals durch Toni Kroos ersetzt wird, am Spieltag trotz Sonnenaufgangs lange weiterschlafen können.

Ganz andere Sorgen hatte Löws Widerpart Bernd Storck. Der deutsche Teamchef der Kasachen muss die gesperrten Alexander Kislitsyn und Kapitän Andrej Karpowitsch ersetzen. "Wir können in diesem Spiel nur lernen. Wir wollen die Partie so lange wie möglich ausgeglichen gestalten. Mehr ist nicht möglich, Deutschland ist zu stark für uns", betonte der 47-Jährige.

Die Türken, die am Freitag in Berlin den zweiten Tabellenplatz hinter ihren Bezwingern an Arnautovic und Co. verloren haben, wollen in Baku vor den Augen von ÖFB-Beobachter Michael Baur die Hierarchie wieder herstellen, die Kritik in der Heimat zum Verstummen bringen und Selbstvertrauen tanken."Wir waren wie immer von unseren Ansprüchen weit entfernt. Unser schlechtes Spiel wurde bestraft", kritisierte die Sportagentur "Ajansspor", und für die Zeitung "Sabah" war der Auftritt in Berlin ein "lang nicht dagewesener Alptraum".

Hamit Altintop war nach dem 0:3 sehr enttäuscht: "Das erhoffte Rufzeichen für unseren Fußball konnten wir nicht setzen." Sein Teamchef Guus Hiddink sprach seinen Mannen Mut zu. Man müsse diese Niederlage schnell vergessen und kündigte vor der Reise nach Baku an: "Wir dürfen es nicht zu schwer nehmen." Dem Niederländer steht neben Torjäger Ardan Turan auch Mehmet Aurelio (Oberschenkel) nicht zur Verfügung. Servet Cetin soll trotz seines Nasenbruchs einsatzfähig sein.

Das ebenfalls noch punktlose Schlusslicht Aserbaidschan fiebert nach dem 1:6 in Deutschland und dem 0:3 zuletzt in Österreich seinem dritten Spiel in der Gruppe entgegen. "Wir freuen uns auf unser erstes Heimspiel in dieser Qualifikation, da müssen wir uns beweisen", bemerkte Kapitän Raschad Sadigow. Teamchef Berti Vogts fallen Medwedew und Fabio weiterhin aus, die Einsätze der blessierten Abischow und Lewin sind noch fraglich. (Schluss) wn/mgä

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