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Lage war noch bis in die Morgenstunden kritisch © APA (epa)

Serbische Fußball-Hooligans haben mit dem erzwungenen Abbruch des EM-Qualifikationsspiels gegen Italien am Dienstagabend einmal

Serbische Fußball-Hooligans haben mit dem erzwungenen Abbruch des EM-Qualifikationsspiels gegen Italien am Dienstagabend einmal mehr für einen Skandal gesorgt. Nach einer unrühmlichen Nacht in Genua wurden 17 Serben verhaftet, und 138 in Polizeigewahrsam genommen. Serbiens Verbandspräsident Tomislav Karadzic bezeichnete die Vorkommnisse als "Schande" und "Angriff auf unseren Staat".

Nachdem gewaltbereite Gäste-Fans bereits vor der Partie Feuerwerkskörper und Rauchbomben in den italienischen Zuschauersektor und auf das Spielfeld geworfen hatten, war die Partie bereits mit einer 25-minütigen Verspätung angepfiffen worden. Nach sechs Minuten musste dann aber endgültig abgebrochen werden. Erneut hatten Serben Knallkörper auf den Rasen geworfen und dabei auch Italiens Torhüter Emiliano Viviano in Gefahr gebracht. Nach Beratungen mit dem UEFA-Beobachter beendete der schottische Schiedsrichter Craig Thomson die Begegnung.

Gegen Mitternacht kam es erneut zu schweren Ausschreitungen. Serbische Hooligans versuchten die Sperren um das Stadion zu durchbrechen. Sie bewarfen die Polizisten mit Knallkörpern, Glasflaschen, Steinen und Tränengas. Die Polizei lieferte sich mit den Hooligans eine regelrechte Straßenschlacht und bekam die Situation erst am frühen Mittwochmorgen unter Kontrolle. Nachdem sie auf einem Parkplatz in Stadionnähe zusammengetrieben worden waren, verließen mehr als 2.000 serbische Fans Genua an Bord von Bussen unter Polizeieskorte.

Die Aktionen der Hooligans scheinen präzise geplant gewesen zu sein. Laut Karadzic hätten Anhänger die zuletzt unter den Erwartungen spielende Nationalelf "zwei Tage lang in ihrem Hotel belagert". Bevorzugtes Ziel war dabei Torhüter Vladimir Stojkovic, der nach einem Angriff auf den Mannschaftsbus bei der Anreise ins Stadion sogar für seinen Ersatzmann Zeljko Brkic Platz machte.

Die UEFA wird nun entscheiden, ob die Spitzenpartie der Gruppe C nachgeholt oder Italien am Grünen Tisch zum Sieger erklärt wird. Letztere Variante scheint am wahrscheinlichsten. Serbien wird sich außerdem auf Sanktionen vonseiten des europäischen Fußballverbandes einstellen müssen.

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