vergrößernverkleinern
EM-Quali-Spiel in Genua musste abgebrochen werden © APA (epa)

19 serbische Fans, die nach den schweren Ausschreitungen beim EM-Qualifikationsmatch Italien gegen Serbien in ihre Heimat

19 serbische Fans, die nach den schweren Ausschreitungen beim EM-Qualifikationsmatch Italien gegen Serbien in ihre Heimat zurückkehren wollten, sind von der serbischen Polizei an Grenzübergängen in Kroatien und Ungarn festgenommen worden. Laut der Nachrichtenagentur ANSA befinden sich unter den Festgenommenen Randalierer, die an den Gewaltakten in Genua federführend beteiligt gewesen sein sollen.

Die aus Genua zurückkehrenden Tifosi seien von der serbischen Polizei gründlich kontrolliert worden. Überdies seien einige Fanbusse an der serbisch-ungarischen Grenze in Horgos angehalten und an der Weiterfahrt gehindert worden.

Der italienische Innenminister Maroni hat abschreckende Strafe für den Hooligan-Führer Ivan Bogdanov gefordert, der die Ausschreitungen in Genua organisiert haben soll. Dem 29-Jährigen wird vorgeworfen, die serbischen Hooligans zur Gewalt aufgerufen zu haben. So waren Feuerwerkskörper auf das Spielfeld geworfen worden, und es gab Versuche, die Sperrgitter zu durchbrechen. "Die Wahrheit ist, dass wir in Genua eine Katastrophe wie im Brüsseler Heysel-Stadion riskiert haben. Nur das professionelle Verhalten unserer Sicherheitskräfte hat eine Tragödie verhindert", sagte Maroni im Interview mit der italienischen Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport" am Donnerstag.

Maroni erklärte, er werde sich an UEFA-Präsident Michel Platini wenden, damit sich ganz Europa an die italienische Gesetzgebung zur Bekämpfung der Gewalt im Fußball ein Beispiel nehme. "Würde in ganz Europa unser System gelten, hätten diese Kriminellen erst gar nicht nach Italien einreisen können", betonte der Minister.

Bogdanov und die weiteren sieben serbischen Hooligans, die sich noch in Genua in Untersuchungshaft befinden, werden nicht mit Schnellverfahren verurteilt, sondern sollen vorerst weiterhin in U-Haft bleiben. Damit wollen sich die Genueser Staatsanwälte mehr Zeit für die Ermittlungen nehmen, berichtete Staatsanwältin Cristina Camaiori am Donnerstag. Den Serben werden unter anderem Verwüstungen und schwere Gesetzesübertretungen die öffentliche Sicherheit betreffend vorgeworfen.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel