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Riedle und Figo mit Trophäe © APA (Pfarrhofer)

Blitzlichter und Medienansturm ist Luis Figo aus seiner Profikarriere als Fußballer gewohnt. Daher fühlte sich der einstige

Blitzlichter und Medienansturm ist Luis Figo aus seiner Profikarriere als Fußballer gewohnt. Daher fühlte sich der einstige Weltstar aus Portugal auch am Donnerstag auf dem Wiener Rathausplatz zur Begrüßung des Originalpokals der UEFA-Champions League auf der Tour durch Europa wohl. Seine jetzige Tätigkeit als Botschafter der Tournee absolvierte er wie einst als Aktiver professionell.

Der Weltfußballer 2002, der mit vollem Namen Luis Filipe Madeira Caeiro Figo heißt, erfüllte alle TV- und Radio-Wünsche, ließ sich von Fotografen ablichten, stand den Journalisten Rede und Antwort und bewies beim Schießen auf die Torwand, dass er es mit dem Ball noch immer gut kann. Seit seinem Rücktritt im Sommer 2009 ist er als Berater und Scout von Inter Mailand tätig, arbeitet für die UEFA und ist als UniCredit-Botschafter unterwegs. Er ist stolz, ein Teil dieser Trosses zu sein.

Er genießt seines neues Leben als Kicker-"Pensionist". "Nach meinem Rücktritt hat es bei mir positive Veränderungen gegeben. Ich habe weniger Stress, Druck und außerdem viel mehr Zeit für meine Familie", gestand der am 4. November 38 Jahre werdende Weltfußballer 2000. Manchmal träumt er, gerne auf den Rasen zurückkehren zu wollen, um im nächsten Augenblick wieder Realist zu werden. "Nach den vielen Jahren meiner Laufbahn fühlte ich mich schon müde, zuletzt ist mir der Fußball nicht sonderlich abgegangen", meinte der dreifache Vater.

Der neben Inter, wo er seine Karriere ausklingen ließ, noch für Sporting Lissabon, den FC Barcelona und Real Madrid tätig gewesene Offensivspieler (103 Spiele und 24 Tore in der Champions League) ist mit seiner momentanen Aufgabe zufrieden. "Dass ich einmal Trainer sein könnte, kam mir bisher nicht in den Sinn. Aber vielleicht ändere in vier oder fünf Jahren meine Meinung." Er ist ehrlich. Auch, was seinen Bezug zum österreichischen Fußball betrifft. "Ich weiß nicht so viel über euch."

Er kann sich erinnern, dass er sich mit dem Nationalteam gegen Österreich "nie leichtgetan" habe. Im rot-weiß-roten Nachwuchsbereich sieht er gute Spieler, Marko Arnautovic sei ein gutes Beispiel. "Er hatte in Enschede bei Twente ein gutes Jahr, dann bei Inter keinen Platz gefunden und zeigt jetzt als Spieler von Werder Bremen und im Team seine Qualität", meinte Figo, der jedem Talent rät, ins Ausland zu gehen, um Erfahrung zu sammeln. "Dort wird man stark", weiß der Champions-League-Sieger von 2002 (mit Real Madrid).

Karl-Heinz Riedle, ein anderer Gewinner der wertvollsten Trophäe im europäischen Vereinsfußball (1997 mit Borussia Dortmund), glaubt, dass nach dem Erfolg und der Leistung des ÖFB-Teams in Belgien (4:4) die Gruppe zur EM-Qualifikation noch lange nicht entschieden sei. "Österreich ist auf einem guten Weg", meinte der deutsche Ex-Stürmer. Er sagte über Arnautovic: "Er hat Ecken und Kanten, aber auch Klasse und jetzt mit Thomas Schaaf einen guten Trainer."

Vielleicht kann der neue Stern am österreichischischen Fußball-Himmel einmal wie Figo und Riedle auch die europäische Königsklasse erobern. Arnautovic spielte wie Figo für Inter und steht nun wie früher Riedle in Diensten von Werder Bremen. "Den Pokal geholt zu haben, ist der unvergesslichste Augenblick meiner Karriere", meinte Riedle, der zwei seiner 35 Tore in der Champions League 1997 im Endspiel für Borussia Dortmund beim 3:1 gegen Juventus Turin erzielt hatte. "Kalle", wie er genannt wird, bezeichnete Wien als seine Lieblingstadt. Hier hat der jetzt 45-Jährige seinen 40. Geburtstag gefeiert.

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