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"Kampflos gebe ich sie sicher nicht mehr her" © APA (Archiv/Gindl)

Das Gefühl, körperlich fit zu sein, erzählt Carlo Janka, kenne er schon nicht mehr. Wie im Vorjahr ist der Schweizer

Das Gefühl, körperlich fit zu sein, erzählt Carlo Janka, kenne er schon nicht mehr. Wie im Vorjahr ist der Schweizer Skirennläufer durch eine Viruserkrankung in der Vorbereitung zurückgeworfen worden. Das hinderte ihn 2010 aber nicht daran, Olympia-Gold zu gewinnen und sich den Gesamtweltcupsieg zu holen. Janka ist deshalb trotz Trainingsrückstand bereit für den Auftakt in Sölden in einer Woche.

Noch immer wissen die Ärzte nicht, welcher Virus Janka derart schwächt, dass an Kraft- und Konditionsaufbau wochenlang nicht zu denken ist. "Wir wussten im Vorjahr nicht, was es war, woher es kam und wie lange es geht. Dieses Jahr war es dasselbe, und ich weiß nicht, ob es weg ist oder wieder kommt. Und das ist sicher nicht das angenehmste aller Gefühle", sagte Janka, der berichtete, dass seine Leberwerte meistens erhöht sind und die Milz relativ groß ist. "Man kann aber nicht sagen, ob das normal bei mir ist, oder ob es andere Gründe gibt. Es ist noch schwierig, das zu beurteilen."

Janka spürt eine Müdigkeit, die sich ausbreitet, weil sich sein Körper nicht mehr richtig erholen kann. "Von Tag zu Tag geht es schlechter, der Puls ist viel zu hoch für die Anstrengung, das summiert sich immer mehr und irgendwann geht es nicht mehr. Das merkt man an alltäglichen Sachen wie zum Beispiel Treppenlaufen, wo man sehr schnell müde wird", schilderte der Graubündner.

Das Konditionstraining, das er im Sommer versäumt hat ("Vielleicht 30, aber maximal 40 Prozent waren möglich"), das lässt sich nicht mehr aufholen, er sei aber zuversichtlich, dass er die Saison durchstehen werde wie die vorherige. "Es hat gereicht für eine gute Saison bis zum Schluss, ohne groß Kräfte zu verlieren, ja, fast noch Kräfte zu mobilisieren." Zur Viruserkrankung kamen heuer aber auch Rückenprobleme und eine Rippenprellung. "Es ist zwei Jahre her, dass ich richtig fit war. Vielleicht bleibt es jetzt auch für immer so. Aber ich fühle mich trotzdem bereit. Der endgültige Härtetest wird sicher dann das erste Weltcuprennen sein."

Eines der "vielen Ziele" Jankas im WM-Jahr ist, wieder um die große Kugel mitzukämpfen. "Kampflos gebe ich sie sicher nicht mehr her." Insgesamt mache er sich aber wenig Druck, und er glaube auch, dass die Erwartungshaltung eine geringere sei. "Ich habe den Vorteil, die drei großen Sachen schon erreicht zu haben. Die Karriere ist sozusagen gerettet. Alles, was kommt, ist aus meiner Sicht fast schon Zugabe."

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