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Pum ist der neue Superchef beim ÖSV © APA (Archiv/Jäger)

34 Jahre beim ÖSV und noch immer nicht amtsmüde. Hans Pum ist nicht nur einer der längst dienenden Trainer und

34 Jahre beim ÖSV und noch immer nicht amtsmüde. Hans Pum ist nicht nur einer der längst dienenden Trainer und Top-Funktionäre im Spitzensport weltweit, sondern mit 100 Medaillen und elf Weltcup-Gesamtsiegen alleine während seiner Tätigkeit als ÖSV-Alpinchef auch einer der erfolgreichsten. Mit 56 Jahren ist Pum nun sogar Herr über alle Sparten im Österreichischen Skiverband.

Dabei ist er aber seinem Motto treugeblieben: "Wir wollen die Besten der Welt sein!" In den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten war Pum "nur" dafür zuständig gewesen, dass bei den Alpinen - und in den vergangenen zwei Saisonen auch noch bei den Skicrossern - alles bestmöglich lief. Nachdem sich der ÖSV spätestens durch den vergangenen Krisen-Winter im Alpinbereich zu einer umfassenden Strukturreform durchgerungen hatte, wurde - durchaus dem Beispiel anderer Verbände folgend - die neue Position eines Gesamt-Sportchefs gegründet und letztlich mit dem Oberösterreicher Pum besetzt.

Damit ist Pum nicht nur dafür zuständig, dass Österreich die beste Skination bleibt, sondern als neuer "Superchef" weitgehend auch dafür, dass die Alpenrepublik die beste Wintersport-Nation insgesamt ist. Ansprüche, wie sie bisher nur die Nordamerikaner und zuletzt die Kanadier bei Olympia in Vancouver als zentrale Zielvorgabe ausgegeben hatten. "Die schreiben sich das sogar auf den Anorak. Uns genügt aber zu wissen, dass wir als Team gemeinsam erfolgreich sein wollen", erklärte Pum eine Woche vor dem alpinen Saisonstart in Sölden die rot-weiß-rote Linie.

Trotz seiner jahrzehntelangen Erfahrung ist der neue Job für Pum eine "Riesen-Herausforderung", bedeutet sie doch selbst für den erfahrenen Netzwerker jede Menge Neuland. "Aber unter dem Strich will ich dasselbe, was ich bisher für die Alpinen wollte. So wie ich mich bisher für sie eingesetzt habe, mache ich das nun für alle."

Dazu gelte es, "Kräfte und Wissen zu bündeln", so Pum, der mit seiner Tätigkeit nach oben hin einiges von Präsident Peter Schröcksnadel wegfiltern, nach unten hin auch die Bereichsleiter entlasten will. Schröcksnadel soll sich damit wieder mehr auf seine (wirtschaftliche) Führungstätigkeit konzentrieren, die Sportchefs noch mehr dem Training mit den Athleten widmen können.

Zu koordinieren gibt es laut Pum eine Menge. Ob Training, Organisation, der Material- und Testbereich, alles gilt es zu beobachten, die Erkenntnisse zusammenzuführen. "Es gibt viel Wissen in den einzelnen Sparten. Und das führt man jetzt zusammen und schaut, dass unsere Leute daraus einen Vorteil haben."

Deshalb gab es bisher schon regelmäßige Treffen mit den Chefs der Bereiche Alpin, Nordisch, Biathlon, Snowboard und Ski Cross sowie dem neuen Testbereich, dem nun der ehemalige alpine Herrenchef Toni Giger vorsteht. "Jeder sieht jetzt noch besser, wie es in den anderen Sparten zugeht. Und ich versuche nun, für alle das Beste herauszuholen", so Pum.

Mit den beginnenden Wettkämpfen wird Pum nun auch wieder mehr in der Welt herumreisen, will er doch jeder Sparte Besuche abstatten. Pums nächste großer Trip führt ihn Ende November nach Kuusamo, weil in Finnland alle drei nordische Disziplinen (Springen, Langlauf, Kombination) in Szene gehen. Danach geht es zu den Biathleten nach Hochfilzen. "Aber mehr reisen, als ich es bisher schon getan habe, geht ohnehin nicht mehr", sieht der Familien-Vater und Flugmeilen-Millionär dem Thema gelassen entgegen.

Die Wissens-Konzentration hat schon Erkenntnisse gebracht. "Es ist zwar ganz sicher auch nicht so, dass wegen der Erkenntnisse im Skisprungbereich die Abfahrer wieder gewinnen", bemerkte Pum schmunzelnd an, "aber beim Thema Gleiten, Anzüge oder der Materialentwicklung gibt es schon sehr viele Querverbindungen." Nicht zuletzt bringe das auch Vorteile in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit. "Weil man durch perfekte Organisation und gute Strukturen auch viel Geld sparen kann", ist Pum, der seit Jahrzehnten blendende Beziehungen zur FIS, der Wirtschaft und zur Politik pflegt, überzeugt.

Bei exakt 100 Alpinmedaillen, dazu vier im Skicross, 379 Weltcup-Siegen, 1.086 Stockerplätzen, elf Weltcup-Gesamtsiegen (7 Herren, 4 Damen) wird sich Pums Erfolgsbilanz nun wohl rasant aufblähen. Das sei für ihn aber ganz sicher nicht entscheidend, winkte der neue Superchef ab. "Wichtig ist, dass die Sportler gewinnen."

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