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Kapitän Hofmann will in Sofia bessere Resultate © APA

Ein Sieg, zwei Remis und fünf Niederlagen, dazu ein mühevoller Cup-Aufstieg im Elferschießen gegen die Austria Amateure - so

Ein Sieg, zwei Remis und fünf Niederlagen, dazu ein mühevoller Cup-Aufstieg im Elferschießen gegen die Austria Amateure - so lautet die triste Bilanz des österreichischen Fußball-Rekordmeisters Rapid seit dem sensationellen 3:2-Auswärtssieg gegen Aston Villa. Nun hofft Kapitän Steffen Hofmann für die Auswärtspartie in der Europa League gegen ZSKA Sofia auf einen Gala-Auftritt der Hütteldorfer.

Damit bleibt einerseits die Mini-Chance auf den Aufstieg gewahrt und andererseits könnte man Selbstvertrauen für die anstehenden nationalen Aufgaben tanken. Geht es nach dem Deutschen, dann könnte es im Wassil-Lewski-Stadion von Sofia zum ersehnten Befreiungsschlag kommen. "Auch wenn die letzten Spiele nicht erfolgreich waren, hatten wir trotzdem immer unsere glasklaren Torchancen. Die müssen wir verwerten, damit endlich der Knoten platzt. Dann können wir wieder mit mehr Sicherheit spielen", erklärte der 30-Jährige.

Die Mannschaft sei nicht so schlecht in Form, wie ein Blick auf die Bundesliga-Tabelle vermuten ließe. "Wir haben nicht die erwünschten Ergebnisse, aber wir spielen nicht katastrophal schlecht. Wir schießen einfach zu wenig Tore und lassen zu leichtfertig Gegentore zu", meinte Hofmann.

Dieses Problem wurde auch in der Europa League beim 1:2 in Wien gegen Besiktas augenscheinlich. "Da hätte mehr für uns herausschauen können", sagte Hofmann, machte für die zweite Niederlage im zweiten Gruppenspiel aber nicht nur mangelnde Cleverness verantwortlich. "Vor einem Jahr hatten wir eine ganz andere Phase. So ein Tor wie das 1:0 beim Sieg gegen den HSV passiert nicht alle Tage, und in Glasgow sind wir ganz schnell in Führung gegangen. Damals ist alles wunderbar gelaufen, jetzt müssen wir mehr für den Erfolg tun und auch auf Glück hoffen."

Die jüngsten Abgänge von Nikica Jelavic und Branko Boskovic wollte Hofmann nicht für die aktuelle Misere verantwortlich machen. "Es hat keinen Sinn, ihnen nachzutrauern. Wir haben auch ohne sie für Überraschungen gesorgt und noch immer genug Qualität", betonte der Mittelfeldspieler.

Diese Qualität muss Rapid in Sofia unter Beweis stellen, um in Gruppe L im Aufstiegsrennen zu bleiben - selbst ein Remis wäre im Fernduell mit dem FC Porto und Besiktas Istanbul wohl zu wenig. "Favoriten auf den Aufstieg waren ohnehin von Anfang an Porto und Besiktas. Wir können zwar weiterkommen, aber da muss wirklich alles passen", sagte Hofmann.

Voraussetzung dafür sind am Donnerstag und am 4. November in Wien sechs Punkte gegen die Bulgaren, die mit zwei 0:1-Niederlagen gegen Porto und Besiktas gestartet sind. "Ziel muss es sein, beide Spiele zu gewinnen, aber das ist nicht so leicht, wie alle glauben."

Der Regisseur schätzt den 31-fachen Meister und 10-fachen Cupsieger stärker ein als Stara Sagora, das in der Qualifikation mit einem Gesamtscore von 4:1 besiegt wurde. "ZSKA wird vielleicht vom Stil her ähnlich wie Sagora sein, aber mehr Qualität haben", vermutete Hofmann. Allerdings liegt der aktuelle Rapid-Gegner in der Tabelle nach zehn Runden einen Platz hinter Sagora auf Rang neun, zwölf Punkte hinter dem Spitzenreiter und Erzrivalen Lewski Sofia.

Gegen den Ex-Club von Rapid-Legende Trifon Iwanow kann Rapid fast aus dem Vollen schöpfen. Mit Ausnahme der verletzten Thomas Hinum und Helge Payer sind alle Kaderspieler einsatzbereit - Hofmann allerdings nur mit Abstrichen. Der 30-Jährige wird nach wie vor von einer chronischen Schambeinentzündung geplagt, selbst eine Infusionskur vor einigen Wochen brachte keine Linderung.

"Es war dann für zehn Tage gut, aber jetzt spüre ich es wieder. Die Schmerzen sind immer da, und sie sind schon lange da. Bis jetzt wurde nichts gefunden, was hilft, aber wie soll es auch besser werden, wenn man alle drei, vier Tage ein Spiel hat?", fragte sich Hofmann, der regelmäßig mit Schmerzmitteln einläuft. Auch in der jüngsten Länderspielpause konnte Hofmann das Problem nicht abschütteln, die Reise nach Sofia tritt er aber dennoch an.

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