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Beiersdorfer fordert Spieler zu mehr Offensive auf © APA (Krugfoto)

Fußball-Meister Red Bull Salzburg ist am Donnerstag in der Europa League gegen Juventus Turin nach dem blamablen Heim-0:2 in der

Fußball-Meister Red Bull Salzburg ist am Donnerstag in der Europa League gegen Juventus Turin nach dem blamablen Heim-0:2 in der Meisterschaft gegen Kapfenberg bei den Fans auf Wiedergutmachung aus. "Die Spieler dürfen sich nicht verstecken, sie sollen rausgehen und zeigen, dass sie das Spiel gewinnen wollen", forderte Red-Bull-Fußball-Chef Dietmar Beiersdorfer am Dienstag.

Nach den beiden Niederlagen gegen Manchester City und Lech Posen sind die Hoffnungen der Mozartstädter auf den Aufstieg schon etwas geschwunden, nun geht es gegen Italiens Rekordmeister um ein positives Resultat. "Die Spieler müssen Mut und Rückgrat haben und für das Publikum spielen", betonte Beiersdorfer. "Auch wenn man dann nur einen Punkt holt oder das Spiel wie auch immer ausgeht", fügte der Deutsche hinzu.

Der 46-Jährige, der zugeben musste, dass "der Fokus auf das Europacupspiel etwas schwindet, wenn man bereits zweimal verloren hat und in der Meisterschaft nicht gut dasteht", sieht den Europacup-Auftritt als ein Spiel auf dem Weg in eine bessere Zukunft. "Wir müssen eine andere Leistung abrufen. Wir müssen als Kollektiv mehr Stärke beweisen, mehr Selbstvertrauen und auch entsprechend auftreten", sagte Beiersdorfer.

Den peinlichen Auftritt am Samstag in der Meisterschaft gegen Kapfenberg, wo es in der heimischen Red-Bull-Arena eine 0:2-Pleite setzte, hat Beiersdorfer nur aus der Ferne (Brasilien) miterlebt. "Nach den zwei Siegen gegen Ried haben wir uns erhofft, das Spiel gegen Kapfenberg zu gewinnen und weiter nach vor zu kommen. Unterm Strich sind wir sehr unzufrieden damit", verdeutlichte der ehemalige HSV-Sportdirektor.

Eine Trainerdiskussion gibt es in Salzburg trotz des schwachen Saisonstarts mit zwölf Punkten aus neun Spielen sowie dem nationalen Cup-Aus aber nicht. "Die Mannschaft ist in den guten Händen des Trainers", betonte Beiersdorfer. Er selbst werde deshalb auch keine kollektive Ansprache vor dem Team halten, sondern nur Einzelgespräche führen.

Der Deutsche glaubt jedenfalls weiterhin an seine Mannschaft. "Aber sie ist noch nicht in der Form zusammengewachsen wie erhofft", musste Beiersdorfer eingestehen. Ein augenscheinlicher Grund für die aktuelle Misere ist vor allem die Abschlussschwäche, acht Meisterschaftstore in neun Spielen sprechen Bände, in der Europa League haben die Salzburger noch gar nicht getroffen. "Aber wenn man sich die Spieler - Wallner, Boghossian, Alan, Zarate - anschaut und bedenkt, wie viele Tore sie in der vergangenen Saison erzielt haben, dann bin ich überzeugt, dass wir Spieler haben, die Tore erzielen können", sagte Beiersdorfer.

Doch nicht nur die Offensivspieler seien Schuld an der schwachen Zwischenbilanz. "Das ist eine Geschichte, die die ganze Mannschaft betrifft", stellte Red Bulls Fußballchef klar. Man müsse zudem nicht alles schwarz sehen. "Man soll nicht alles ganz schlecht reden. Wir hatten in jeder Partie gute Phasen, es nur nicht geschafft, das ein Spiel lang hundertprozentig durchzuziehen", sagte Beiersdorfer.

Der ehemalige Kicker vom Hamburger SV, Werder Bremen, dem 1. FC Köln und Reggina Calcio ist seit etwas mehr als einem Jahr in seiner Funktion bei den "Bullen" tätig. "Die aktuelle sportliche Situation ist unbefriedigend, da muss man nicht darüber reden. Ich bin aber nach wie vor davon überzeugt, dass der Weg, den wir im Sommer eingeschlagen haben, der Richtige war", resümierte Beiersdorfer.

Zufrieden zeigte sich der ehemalige DFB-Teamspieler mit der Entwicklung im Nachwuchsbereich. Seit Winter trainieren Meilinger und Aschauer mit der Kampfmannschaft mit, am Samstag gaben nun mit Hinteregger und Offenbacher zwei weitere hoffnungsvolle Talente ihr Bundesligadebüt. "Ich bin mit der Entwicklung sehr zufrieden, so soll es weitergehen", meinte Beiersdorfer.

Am Donnerstag können die "Bullen" übrigens wohl auch wieder auf den zuletzt angeschlagenen David Mendes bauen, der am Dienstag noch ein Einzeltraining absolvierte. "Wenn er morgen voll mittrainiert, hat er eine Chance, dabei zu sein", sagte Coach Huub Stevens, der weiterhin auf die Verletzten Gustafsson, Nelisse, Ulmer und Cziommer verzichten muss.

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