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Diesmal nicht in einem Team: Janko (li) und Prödl © APA (Gindl)

In der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft kämpfen Stürmer Marc Janko (1,96 m) und Verteidiger Sebastian Prödl (1,94

In der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft kämpfen Stürmer Marc Janko (1,96 m) und Verteidiger Sebastian Prödl (1,94 m) gemeinsam um die Lufthoheit. Am Mittwoch werden sich Janko und Prödl in der Champions League direkte Duelle liefern, wenn Prödl und Marko Arnautovic mit ihrem Club Werder Bremen bei Twente Enschede mit Janko gastieren.

Vor dem Duell lief zwischen Janko und Prödl per SMS der Schmäh. Die beiden sind ähnlich ruhige Spieler und schätzen einander. "Sebastian ist ein sehr angenehmer Zeitgenosse. Er ist ein solider, guter Verteidiger, der sich jetzt von Spiel zu Spiel gesteigert hat. Es war für ihn nicht einfach, weil er Naldo ersetzen musste und ins kalte Wasser gestoßen worden ist", sagte Janko über Prödl.

Der Steirer gab das Kompliment an seinen ÖFB-Teamkapitän zurück. "Ich habe vor Marc großen Respekt, jeder kennt seine Qualitäten. Ich freue mich auf das Duell, sehe es aber pragmatisch. So ist das Geschäft, ich spiele oft gegen Teamkollegen. Für den österreichischen Fußball ist es gut, wenn zwei Legionäre auf dem höchsten europäischen Niveau aufeinandertreffen. Es wir sicher zu einigen Kopfballduellen mit Marc kommen", erklärte Prödl.

Sowohl Janko als auch Prödl hatten zuletzt mit der Fitness zu kämpfen, gehen aber mit Erfolgserlebnissen und daher viel Selbstvertrauen in die Partie. Janko hat seine Adduktorenverletzung überwunden und feierte mit Twente am Wochenende einen 1:0-Auswärtssieg in Rotterdam gegen Feyenoord. Prödl, der in den vergangenen Tagen leicht kränklich war und Vitamincocktails zu sich nehmen musste, gewann mit Bremen gegen Hannover mit 2:1 und wurde vom Fachmagazin "kicker" zum "Spieler des Spiels" gekürt.

"Sportlich war vergangenes Wochenende endlich ein Schritt nach vorne, für Bremen und für mich persönlich", freute sich Prödl, der sich im Kopfball noch steigern will. Im ÖFB-Team hat das mit drei Kopfball-Toren schon gut geklappt. "Das muss mein Markenzeichen werden. Ich bin noch nicht ganz zufrieden, aber auf gutem Weg, dass das meine beste Waffe wird", meinte der 23-Jährige, der durch die Verletzung des Brasilianers Naldo in dieser Saison bis auf weiteres einen Stammplatz in der Werder-Innenverteidigung hat.

Das Ziel ist bei beiden Teamspielern gleich, nämlich ein Sieg. "Die Spielphilosophie von Bremen ist immer so, dass wir gewinnen wollen. Wir spielen nicht auf einen Punkt. Aber Twente ist nicht zufällig niederländischer Meister", so Prödl. "Das wird ein richtungsweisendes Spiel. Wir wollen gegen Werder auf jeden Fall sechs Punkte", konterte Janko.

Enschede baut auf den Heimvorteil und die Unterstützung der 24.000 Zuschauer im ausverkauften Stadion "De Grolsch Veste". "Wir haben zwei, drei Jahre kein Heimspiel mehr verloren, daher hat jeder Gegner Riesenrespekt. Wenn man von Hexenkessel spricht, trifft das auf Enschede auf jeden Fall zu. Unsere Fans sind ähnlich wie bei Rapid der zwölfte Mann", gab sich Janko zuversichtlich.

Der 27-jährige hatte übrigens auch unlängst mit seinem zweiten österreichischen Konkurrenten am Mittwoch, Marko Arnautovic, ein Gespräch. Im Teamcamp "habe ich ihm Tipps gegeben, wie er sich außerhalb des Rasen benehmen soll. Ich habe kein Problem mit ihm und freue mich, wenn er bei jedem Spiel trifft, nur nicht am Mittwoch". Arnautovic, so bestätigte Janko, hat in Enschede sportlich noch immer einen sehr guten Ruf, da er allerdings schon über ein Jahr weg ist, sei er jetzt nicht das große Thema.

Beide Mannschaften gehen die Partie abseits des Sports bescheiden an. Twente hat auf eine Kasernierung verzichtet, die Spieler treffen sich zu Mittag im Hotel. Werder reiste am Dienstag zwei Stunden mit dem Bus an.

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