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Tirolerin will bis WM in Hochform sein © APA (Pfarrhofer)

Für Nicole Hosp ist der Rettenbachferner ob Sölden kein Schicksalsberg. Was dort beim Weltcupauftakt vor einem Jahr passiert

Für Nicole Hosp ist der Rettenbachferner ob Sölden kein Schicksalsberg. Was dort beim Weltcupauftakt vor einem Jahr passiert ist, zählt für die Tiroler Skirennläuferin zur Vergangenheit. Das Sturztrauma nach dem Kreuzbandriss ist aufgearbeitet. "Ich habe überhaupt keine negativen Gefühle, der Blick ist nach vorne gerichtet", versichert die Riesentorlauf-Weltmeisterin von 2007 vor dem Saisonstart.

Das Jahr 2009 hat Hosp hart geprüft. Erst hat sie sich am 4. Jänner bei einem Sturz im Einfahren für den Slalom in Zagreb schwere Verletzungen im linken Knie (Riss des inneren Seitenbandes, Einriss des vorderen Kreuzbandes) sowie die Impressionsfraktur des Schienbeinkopfes zugezogen und wurde um mögliche WM-Erfolge gebracht, dann rutschte sie am 24. Oktober in ersten Durchgang des Sölden-Riesentorlauf am Innneski aus und begrub den Olympiawinter im Gletscherschnee.

Schon lange vor dem abschließenden Training diese Woche war Hosp nach Sölden zurückgekehrt. Das sei wichtig gewesen, versicherte sie im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. "Man weiß im Vorhinein nicht, wie es wird, wenn man dann vor Ort ist. Ich habe in der Vorbereitung überhaupt keine Probleme gehabt, aber der ungewisse Faktor ist da. Das wollte ich im Vorfeld in Ruhe erledigen und es hat super hingehaut."

Mit der Thematik selbst und dem Sturztrauma habe sich sich schon vorher auseinandergesetzt, spätestens nach dem Fahren bei schweren Verhältnisse sei es vergessen gewesen. "Das sind alles wichtige Schritte, man muss sich selbst wieder reinfühlen und reinarbeiten." Auch der Trainingssturz am Mölltaler Gletscher im September habe seinen Teil dazu beigetragen. "Der war einfach wichtig, dass ich sehe, das Knie hält. Und das passt. Jetzt kann ich wieder sehr positiv in alles reingehen", meinte die Bichlbacherin, die hin und wieder noch Schmerzen verspüre, aber gelernt habe, auf die Signale des Körpers zu achten. "Das war eine Riesenverletzung, da ist nach einem Jahr nicht alles vorbei."

Mit dem Training hat Hosp früher angefangen als die Mannschaft, was sie im vergangenen Winter an Trainings- und Rennpraxis versäumt hat, sei aufgeholt und sie nun auf dem Level wie die anderen im Team. "Ich habe mich gut erholen können, habe zehn Monate gut trainieren können, habe einen super Trainingsaufbau machen können. Und natürlich habe ich keine Ermüdungserscheinungen von der Saison gehabt." Bei den internen Zeitläufen war Hosp vorne mit dabei, das wirke sich natürlich auf das Selbstvertrauen aus.

Klingt für den Weltcupauftakt eigentlich alles vielversprechend, wenn da nicht das Manko mit der hohen Startnummer wäre. "So zwischen 35 und 40. Da verliert man alleine von der Piste her oft schon eine oder eineinhalb Sekunden. Ich muss mich wieder vorarbeiten, damit ich da keinen Nachteil habe." Rückblick: 26. Oktober 2002. Hosp wird als 18-Jährige Sensations-Co-Siegerin in Sölden. Mit Startnummer 36. "Das könnt sich ausgehen", meinte Hosp und schmunzelte. Vorgenommen habe sie sich jedenfalls "zwei gute Läufe und so viele Punkte wie möglich" zu machen.

Hosp wird sich vorerst auf die technischen Disziplinen konzentrieren und sollte es passen, auch wieder in den Speed-Disziplinen einsteigen. "Mein großes Ziel ist die WM. Ich möchte bis zur WM in Hochform sein und dort eine super Leistung bringen." Was sie jetzt brauchen werde, sei Geduld. "Für einen Leistungssportler ist Geduld immer schwierig. Aber das lernt man mit der Zeit, dass man die guten Dinge, die wieder passieren werden, erwarten muss. Das ist das Wichtigste."

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