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Pacult zeigt Verständnis für Journalistenfragen © APA (epa)

In seiner Zeit als Trainer des österreichischen Fußball-Rekordmeisters SK Rapid hat sich Peter Pacult schon den einen oder

In seiner Zeit als Trainer des österreichischen Fußball-Rekordmeisters SK Rapid hat sich Peter Pacult schon den einen oder anderen verbalen Schlagabtausch mit Trainer-Kollegen oder Schiedsrichtern geliefert. Auch Journalisten bekamen des öfteren den Groll des Wieners zu spüren, selbst wenn der Coach betont: "Ich habe kein Problem mit Medien."

In der Vergangenheit aber konnte es schon einmal passieren, dass Pacult von Reportern zur Weißglut gebracht wurde - wie zuletzt am Sonntag durch den Pay-TV-Sender Sky. "Ich habe ein Problem mit Aussagen oder Fragen, bei denen ich der Meinung bin, dass man sie anders tätigen könnte", rechtfertigte sich der 50-Jährige, äußerte jedoch auch ein gewisses Verständnis für die Medienvertreter. "Das ist ihr Beruf, ich würde es vielleicht nicht anders machen. Ich weiß, dass sie auch nur ihren Job machen müssen."

Allerdings würde er sich in einigen Situationen mehr Entgegenkommen erwarten. "Mir geht es zum Beispiel auf den Zeiger, dass immer zwei Meter vor mir eine Kamera postiert ist." So wirke er während eines Spiels oft wie ein allzu aufbrausender Coach. Dabei verhalte er sich nicht anders als seine Kollegen, beteuerte Pacult. "Bei mir wird immer gezeigt, wenn ich einen Schritt nach vorne mache oder etwas hineinrufe. Doch gegen andere Trainer in der Bundesliga bin ich ein Lercherl."

Als Spieler hatte der Ex-Internationale ein weit entspannteres Verhältnis zu Journalisten - seither hat sich laut Pacult allerdings viel geändert. "Es ist alles viel schnelllebiger geworden. Es wird zum Beispiel viel schneller ein Trainer infrage gestellt. Die Presse ist viel härter und aggressiver geworden, und dann ist es sogar noch so, dass das den Journalisten selbst gar nicht auffällt", kritisierte der Betreuer.

Von Seilschaften zu gewissen Medien, wie sie andere Trainer auch im internationalen Fußball aus Eigeninteresse pflegen, hält Pacult nach eigenen Angaben nichts. "Das gibt es. Das habe ich bei Werner Lorant bei 1860 München mitbekommen, dass der eine oder andere Journalist immer ein bisschen mehr gewusst hat. Aber mir hat einmal ein Freund gesagt: 'Der Journalist, der dich reinschreibt, schreibt dich auch wieder raus.' Und das stimmt."

Ein allzu enges Naheverhältnis zu den Berichterstattern strebt Pacult ebenso wenig an wie den Besuch eines Medientrainings, das auch für Coaches angeboten wird. "Es gibt Leute, die das machen, und mir ist es damals in Deutschland auch angeboten worden, aber ich habe abgelehnt", erklärte er.

Der Rapid-Trainer setzt in diesem Zusammenhang auf Authentizität. "Ich stehe vor der Kamera, seit ich 21 Jahre alt bin. Man reift mit der Zeit. Und die Fragen ändern sich eh nie. Wenn es gut läuft, sucht man positive Geschichten, und wenn nicht, wird man gefragt, warum es schlecht läuft."

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