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Setzen die Tiroler den Erfolgslauf fort? © APA (Hochmuth)

Der FC Wacker Innsbruck hat am Sonntag (18.30 Uhr/live Sky) im ersten Bundesliga-West-Derby seit mehr als zweieinhalb Jahren Red

Der FC Wacker Innsbruck hat am Sonntag (18.30 Uhr/live Sky) im ersten Bundesliga-West-Derby seit mehr als zweieinhalb Jahren Red Bull Salzburg zu Gast. Die Partie verspricht Spannung, trifft doch der Aufsteiger und aktuelle Tabellenführer aus Tirol auf den bisher schwächelnden siebentplatzierten Titelverteidiger. Das Tivoli-Stadion ist seit Tagen ausverkauft.

Beide Mannschaften stehen vor richtungsweisenden Tagen, bereits am Mittwoch (20.30 Uhr/live Sky) steht nämlich in Salzburg das in der zweiten Runde abgesagte "Retourspiel" am Programm. Für die Tiroler ist es die "Nagelprobe", ob sie vielleicht tatsächlich ganz vorne mitspielen können, für die Salzburger geht es darum, den Anschluss an die Tabellenspitze allmählich zu schaffen.

Die Truppe von Chefcoach Walter Kogler hat nach zehn Partien als einziges Team erst eine Niederlage kassiert, wartet nun aber schon seit drei Spielen auf einen vollen Erfolg. Nicht nur deshalb sieht der Trainer seine Mannschaft noch nicht als Titelkandidat. "Es ist noch zu früh, uns als direkten Titelkonkurrenten von Salzburg zu sehen", betonte Kogler.

Gegenüber dem 1:1-Auswärtsremis gegen Rekordmeister Rapid wird es in der Tiroler Aufstellung, wie in der bisherigen Saison nahezu immer üblich, keine Veränderungen geben, einzig der Einsatz des noch gesundheitlich etwas angeschlagenen Fabian Koch ist fraglich. "Wir wollen mit Leidenschaft auftreten und mit unserem Kurzpassspiel sowie viel Bewegung zum Erfolg kommen", sagte Kogler, der nur auf Svejnoha und Pranter verzichten muss.

Die Konzentration gilt vor allem dem eigenen Team, das zu Hause noch ungeschlagen ist (3/2/0). "Wir wollen unser Spiel aufziehen, daran ändert auch nichts, wenn der Gegner Rapid oder Salzburg heißt", betonte Kogler. Der Wacker-Trainer rechnete nicht mit einem aufgrund des Europa-League-Einsatzes müden Gegner. "Sie haben ein Erfolgserlebnis gehabt, das 1:1 gegen Juventus ist ein gutes Ergebnis, es werden keine Nachwehen da sein", glaubte Kogler.

Dass die "Bullen" verwundbar sind, ist in der laufenden Saison schon einige Male deutlich geworden, sowohl national als auch international. Dessen ist sich auch Kogler bewusst. "Salzburg hat eine Mannschaft mit viel Potenzial, aber sie haben Probleme es kontinuierlich auszuspielen", meinte der Wacker-Trainer.

Die Salzburger haben zuletzt mit dem Heim-0:2 gegen Kapfenberg enttäuscht, dafür am Donnerstag in der Europa League Selbstvertrauen getankt. "Wir haben gegen Juventus gezeigt, dass wir es können. Das habe ich ihnen auch vor dem Spiel mehrmals vorgehalten. Jetzt erwarte ich auch in den nächsten Spielen, dass sie so eine Leistung zeigen", forderte Salzburg-Trainer Huub Stevens.

Im Tor steht trotz seines Patzers gegen den KSV wie gegen Juventus wieder Gerhard Tremmel. "Der Trainer schenkt mir das Vertrauen, ich versuche es zurückzuzahlen", meinte der Deutsche. Die Mannschaftsleistung vom Donnerstag machte dem Goalie vor dem Duell mit den Tirolern Mut. "Ich denke, dass wir grundlegend jetzt auf dem richtigen Weg sind. So etwas wie gegen Kapfenberg darf uns nicht mehr passieren", meinte Tremmel.

Stürmer Roman Wallner, der sich wieder Hoffnungen auf einen Einsatz an vorderster Front machen darf, rechnete mit einer ganz anderen Partie als am Donnerstag. "Das Laufpensum, die Bereitschaft zu kämpfen und die positiven Spielkombinationen - da kann man viel mitnehmen, aber es wird wieder ein ganz anderes Spiel", betonte der ÖFB-Teamstürmer. Neben den verletzten Gustafsson, Nelisse, Ulmer und Cziommer könnte auch Mendes (Bauchmuskelprobleme) ausfallen.

Das bisher letzte direkte Aufeinandertreffen auf höchster Ebene war am 9. März 2008 (28. Runde) im Tivoli-Stadion mit einem 2:1-Auswärtssieg der Salzburger zu Ende gegangen. Nur wenige Akteure der jetzigen Kader waren damals schon dabei. Bei den Tirolern spielte Schrott durch, Schreter wurde in der 88. Minute eingewechselt, aufseiten der Salzburger standen Sekagya und Leitgeb in der Startformation, Dudic (ab der 83. Minute) und Ngwat-Mahop (ab 74.) wurden eingetauscht.

"Es ist schön, wenn Innsbruck und Salzburg wieder einmal auf höchster Ebene gegeneinander spielen. Es ist etwas Besonderes, die Vorfreude der Spieler ist groß", sagte Kogler.

Seit dem Aufstieg der Tiroler 2004 gab es aus der Sicht der Innsbrucker in 16 Partien 5 Siege, 3 Remis und 8 Niederlagen, im eigenen Stadion schaut die Bilanz - mit 5/1/2 - deutlich besser aus. Die letzte Niederlage im eigenen Stadion überhaupt kassierten die Kogler-Schützlinge übrigens am 13. März 2010 in der Ersten Liga gegen den FC Lustenau (1:2), in der Bundesliga hatten die Tiroler zuletzt am 20. April 2008 gegen Mattersburg (0:5) den Kürzeren gezogen.

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