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Mandl ist noch nicht zufrieden © APA (epa)

Platz sieben für Kathrin Zettel als bestes Ergebnis einer Österreicherin beim Saisonauftakt-Riesentorlauf in Sölden - das ist

Platz sieben für Kathrin Zettel als bestes Ergebnis einer Österreicherin beim Saisonauftakt-Riesentorlauf in Sölden - das ist auch für den Damen-Cheftrainer zu wenig. "Da gibt es nichts zu rechtfertigen. Im ersten Lauf sind wir weit unter unseren Verhältnissen gefahren. Bei einem Heimrennen ist ein gewisser Druck spürbar, da wollten es die Mädchen besonders gut machen", sagte Herbert Mandl.

Mandl schickte aber gleich auch eine Kampfansage nach Deutschland: "Wir lassen sie in Sölden gewinnen und wir schlagen dann in Garmisch zurück." Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg hatte sich beim Weltcupstart vor Weltmeisterin Kathrin Hölzl durchgesetzt, Fünfte war Maria Riesch geworden, die Lokalmatadorin bei den Weltmeisterschaften im Februar 2011 in Garmisch-Partenkirchen ist. Wie für Mandl ist auch für die rot-weiß-roten Läuferinnen die deutsche Dominanz auf dem Gletscher nicht beunruhigend. Denn, davon sind Zettel, Elisabeth Görgl (10.), Michaela Kirchgasser (15.) und Co. überzeugt, man wurde in Sölden unter dem Wert geschlagen.

"Die Trainingsleistungen haben anderes gezeigt, die Mädels sind gut drauf. Aber sie haben sich zu wenig zugetraut. Im zweiten Lauf haben sie probiert, Gas zu geben. Es sind Fehler passiert, wir hätten weiter nach vorne fahren können", meinte Mandl, der die defensive Fahrweise mancher Läuferin bekrittelte. "Mehr Mut zum Risiko bei der einen oder anderen, das ist zu verbessern, aber wir werden das bis Aspen schaffen." Dort findet am 27. November das zweite Rennen dieser Disziplin statt.

Leid tat es Mandl um Andrea Fischbacher, die bis zu ihrem Ausfall schnell unterwegs gewesen war. Kathrin Zettel habe hingegen "heute absolut keinen guten Tag" erwischt und in beiden Durchgängen keinen Rhythmus gefunden, dennoch sei ihre Leistung gut. Überrascht sei er gewesen, dass es Nicole Hosp, die ihr Comeback nach einem Kreuzbandriss gegeben hatte, nicht in den zweiten Durchgang geschafft hatte. "Sie ist eine unserer Schnellsten. Aber wenn man angeschlagen ist und es schüttelt, dann schreckt man zurück, und das hat sie zu oft gemacht."

Mandl weiß, dass das in Aspen schon wieder ganz anders ausschauen kann. "Davon bin ich überzeugt. Sie hat sich schwer einschätzen können, wie viel Risiko es braucht auf dieser Piste. Sie hat zu wenig riskiert, hat geglaubt, mit einer sicheren Fahrt geht es. Die Überlegung war richtig, aber der Lauf war zu sicher." Wie Hosp hatten auch andere Fahrerinnen ihre Schwierigkeiten mit den vielen Schlägen.

Zettel meinte, auf solchen Verhältnissen habe man nie trainiert. "Wir hatten immer perfekte Pisten, ja. Aber solche Verhältnisse kannst du nicht trainieren, so einen Hang gibt es nirgends. Wir sind hier frei gefahren, Stangentraining war nicht möglich", erklärte der Cheftrainer. Man bemühe sich immer, im Training Top-Qualität zu haben. Von den ruppigen Verhältnissen seien viele überrascht worden, und speziell im ersten Lauf habe die Piste schnell nachgelassen, bei der Besichtigung habe es noch gut ausgeschaut.

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