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Zettels 7. Platz war ihr schlechtester in Sölden © APA (Techt)

Die deutschen Skidamen haben mit den Plätzen eins und zwei im Sölden-Riesentorlauf durch Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg

Die deutschen Skidamen haben mit den Plätzen eins und zwei im Sölden-Riesentorlauf durch Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg und Weltmeisterin Kathrin Hölzl den ersten Weltcup-Doppelsieg seit Jänner 1999 gefeiert. Für die Österreicherinnen blieben zwei Top-Ten-Plätze - sieben für Kathrin Zettel und zehn für Elisabeth Görgl - und die Erkenntnis, dass im WM-Winter noch nicht alles rund läuft.

Verhaltene Fahrweisen, zu viele Fehler und die schwere, ruppige Piste machten den Saisonstart beschwerlich. Vor allem die Niederösterreicherin Zettel, die ihre "schlechteste" Sölden-Platzierung nach den Rängen vier, drei, eins und zwei einfuhr, hatte sich trotz Hüftproblemen mehr erwartet. "Ich muss mich über meine Fehler ärgern, speziell im zweiten Durchgang habe ich nach der Zwischenbestzeit ein besseres Resultat liegen gelassen", sagte die 24-Jährige, die vor allem im ersten Lauf die Tore zu direkt angefahren war.

Für Görgl bedeutet Sölden jedes Mal "ein Projekt" und eine "Riesenherausforderung". Für diesen Hang müsse man perfekt in Form sein. Sie habe im ersten Durchgang keinen Rhythmus gefunden und erst im zweiten attackiert. Das Minimumziel mit einem Rang unter den ersten Zehn hat die Olympiadritte in dieser Disziplin aber zumindest erreicht. Nicht so Nicole Hosp, die in ihrem Comeback-Rennen mit den Schlägen auf der Piste nicht zurecht kam und laut Cheftrainer Herbert Mandl zu wenig riskiert hat, weil sie geglaubt habe, dass sich die Qualifikation für das Finale auch mit einer sicheren Fahrt ausgehen werde.

Ihr erst zweites Sölden-Resultat fuhr Michaela Kirchgasser ein (15.), die froh war, die Passage, bei der sie schon so oft ausgefallen war ("Umkreis von drei Toren"), erfolgreich gemeistert zu haben. "Bis zum nächsten Riesen ist ein Monat, ich habe Zeit zum Trainieren und Selbstvertrauen holen." Zum deutschen Traumresultat - Maria Riesch hatte als Fünfte im Hinblick auf die große Kristallkugel eine deutliche Kampfansage in Richtung Lindsey Vonn (18.) losgeschickt - meinte die Salzburgerin. "Vicky hat drei Böcke geschossen im ersten Lauf und war trotzdem vorne. Die sind sicher gut in Form."

Die deutschen Skiläuferinnen sorgten auch für einen perfekten Einstand des neuen Cheftrainers Thomas Stauffer: "Das hilft sicher und macht ein paar Sachen einfacher. Wir werden aber genau gleich weiter arbeiten wie bisher", meinte Stauffer. "Zu dritt unter den ersten Fünf. Das ist ein Traumergebnis und super für unsere Mannschaft", war natürlich auch Doppel-Olympiasiegerin Riesch hocherfreut.

Riesch machte deutlich, dass für sie ein Sieg im Riesentorlauf in dieser Saison durchaus im Bereich des Möglichen liegen werde. Sie habe "ein bisserl Frieden mit Sölden geschlossen" und die "Feindschaft mit dem Berg endgültig begraben". Im Gegensatz zur Garmisch-Partenkirchnerin, die ihrer Heim-WM im Februar entgegenblickt, haben Petra Kronberger, Pernilla Wiberg (SWE), Janica Kostelic (CRO) und Anja Pärson (SWE) Erfolge in allen fünf Disziplinen gefeiert. Riesch fehlt wie Vonn nach wie vor nur noch der Riesentorlauf.

Die US-Amerikanerin, die im Sommer das Hauptaugenmerk auf das Techniktraining gelegt hatte, musste sich auf dem Rettenbachferner mit Platz 18 begnügen. "Ich habe mir viel mehr erwartet, weil es im Training so gut gelaufen ist. Ich bin zu konservativ gefahren und die Verhältnisse waren eine Herausforderung für mich", erklärte Vonn. Für die Saison, so die Titelverteidigerin im Gesamtweltcup, sei sie aber zuversichtlich. Der Weltcup geht am 13. November mit einem Slalom in Levi weiter.

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