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Zellhofer und Co. wurden entlassen © APA (Eggenberger)

Nach den Abgang ihres Mentors Josef Hickersberger haben auch die anderen österreichischen Trainer keinen Job mehr in Bahrain.

Nach den Abgang ihres Mentors Josef Hickersberger haben auch die anderen österreichischen Trainer keinen Job mehr in Bahrain. Olympia-Coach Georg Zellhofer sowie Co-Trainer Klaus Schmidt und Tormann-Betreuer Franz Almer von der A-Auswahl, die alle auf Empfehlung des Ex-ÖFB-Teamchefs nach Manama vermittelt worden waren, wurden vor einigen Tagen entlassen.

"Die Araber haben einen großen Stolz. Sie wollen im Fußball etwas ausbauen, und sind durch den plötzlichen Abschied Hickersbergers enttäuscht worden", erzählte Zellhofer am Donnerstag aus Manama.

Mitgefangen, mitgehangen - mit den Konsequenzen der Scheichs müssen sich der Oberösterreicher und seine Kollegen abfinden bzw. zur Kenntnis nehmen. Zellhofer traf der Blaue Brief wie aus heiterem Himmel. "Vor einigen Tagen hatte ich mit dem Präsidenten des Fußball-Verbandes ein Gespräch, in dem mir die Entscheidung mitgeteilt wurde. Sie haben sich auf Hicke ausgeredet. Dabei gehörte ich gar nicht Hickes Mitarbeiterstab an, war eigenständig", berichtete der frühere Trainer von Pasching, Rapid und Austria, der schon auf seinen gepackten Koffern sitzt.

Die Modalitäten zur Auflösung des Vertrages, der für ein Jahr plus eine weitere optionale Saison abgeschlossen war, sind geklärt. Zellhofer stehen nach bahrainischem Gesetz zwei Monatsgehälter zu, er wartet auf das Geld und möchte in den nächsten Tagen zurück in die Heimat fliegen. Im Gepäck nimmt er jedoch keinen Gram mit. Im Gegenteil. Das Königreich am Persischen Golf war für ihn eine Reise wert. "Mir hat es hier irrsinnig gut gefallen, die Arbeitsbedingungen waren einmalig und die Lebensqualität toll. Ich nehme eine Menge Erfahrung mit."

Statt am Montag mit der Olympia-Auswahl zum Asien-Cup nach China zu reisen, fliegt Zellhofer nun alleine nach Österreich zu seiner Familie. "Ich habe mich schon so auf dieses Turnier gefreut", beteuerte der 50-Jährige, der zufrieden Bilanz zog über seine Tätigkeit in Bahrain. Er hat in rund viereinhalb Monaten aus 46 Kandidaten eine 20-Mann-Kader geformt und vier Schützlinge ins A-Team von Hickersberger gebracht.

Hickersberger, der nach Meinung Zellhofers die Tragweite seiner Trennung gar nicht abgeschätzt habe, hatte Bahrain überraschend schon vergangene Woche verlassen. Der frühere ÖFB-Teamchef hatte sich für eine sechsstellige US-Dollar-Summe (angeblich 200.000) aus seinem Vertrag gekauft, um nach nicht einmal einem halben Jahr wieder zum SSC Al Wahda, den er im Mai zum Meister der Vereinigten Arabischen Emirate gemacht hatte, zurückzukehren. In Abu Dhabi soll der 62-jährige Taktiker den besten Vertrag seiner Trainerlaufbahn unterschrieben haben.

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