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Heimsieg vor ausverkauftem Haus © APA (Leodolter)

Sturm Graz hat sich dank eines 2:0-Erfolgs über Innsbruck an der Tabellenspitze der Bundesliga festgesetzt, während sich die

Sturm Graz hat sich dank eines 2:0-Erfolgs über Innsbruck an der Tabellenspitze der Bundesliga festgesetzt, während sich die Wiener Austria beim 1:1 gegen Wr. Neustadt selbst um das Geschenk zum 100-Jahr-Jubiläum brachte. Und im Kampf um den Klassenerhalt hat sich Kapfenberg (15 Punkte) mit einem 1:0-Sieg in Mattersburg vorerst von der Konkurrenz aus dem Burgenland (10) und dem LASK (8) abgesetzt.

Mit seinem Tor zum 1:0 und dem Assist zum 2:0, das Roman Kienast mit seinem zehnten Saisontor erzielte, war Imre Szabics der Matchwinner in der ausverkauften UPC-Arena. Die Tabellenführung betrachtet Sturms ungarischer Goalgetter aber nur als eine Momentaufnahme. "Eine schöne Situation, wir wollen dies so lange wie möglich verteidigen", bekannte Szabics. Wichtiger sei jedoch, betonte er, dass am Ende der Saison ein internationaler Startplatz herauskomme.

Immerhin konnte die Grazer über den ersten Heimsieg seit dem 11. September (2:0 über Mattersburg) jubeln. Diese schlechte Bilanz sei zu spüren gewesen, meinte Sturm-Trainer Franco Foda. "Der Druck war schon sehr groß. Wir wollten den Sieg erzwingen, da geht nicht alles nur mit der Leichtigkeit. Aber nach dem 1:0 war alles klar. Mit vielen Zweikämpfen haben wir den Rhythmus der Tiroler gebrochen", sagte der Deutsche.

In die nächste Pleite schlitterte hingegen der Aufsteiger aus Tirol, auch wenn es für die Truppe von Walter Kogler immer wieder Trost gab ("auf Augenhöhe", "starke Leistung"). "Davon können wir uns nichts kaufen", brummte Wacker-Schlussmann und -Kapitän Pascal Grünwald. "Wenn wir kein Tor schießen, können wir nicht gewinnen. Und das gelingt uns derzeit nicht."

Die Tiroler holten seit dem 4:2 in Kapfenberg am 22. September aus sechs Spielen nur zwei Punkte und erzielten dabei nur ein Tor. Kogler nahm seine Spieler trotzdem in Schutz: "Als wir unseren Lauf hatten und Tabellenführer waren, habe ich nicht alles gelobt. Genauso werde ich jetzt nicht alles kritisieren. Man hat aber zuletzt gesehen, wenn wir nicht unsere Topverfassung ausspielen, können wir gegen Spitzenclubs wie Salzburg oder Sturm nicht bestehen." Da sollten den Innsbrucker die nächsten Gegner gerade recht kommen: Die Tabellennachzügler Mattersburg (h) und LASK (a).

Die Austria (22 Punkte) behielt hinter Sturm (25) und Ried (24) auf Rang drei, glücklich war man im violetten Lager nicht. Denn die Austria erspielte sich gegen Wr. Neustadt vor allem in der zweiten Spielhälfte ein klares Chancenplus, scheiterten aber an fehlender Kaltschnäuzigkeit im Abschluss bzw. am starken Torhüter Saso Fornezzi. Allein in der Nachspielzeit verjuxten die Austria-Kicker drei Chancen auf die Entscheidung.

"Das wir die Chancen nicht rein machen, ist ein Problem. Aber wir haben wenigstens welche, das zeigt, dass wir gut spielen", strich Austria-Trainer Karl Daxbacher einen positiven Aspekt des Remis hervor. Trotzdem sei man nach einem neuerlich verpassten Erfolgserlebnis im Horr-Stadion enttäuscht. Am kommenden Wochenende wartet nun auswärts das Duell mit den zweitplatzierten Riedern. "Die Leistung heute war okay, jetzt geht es auswärts gegen Ried, da wollen wir natürlich gewinnen", meinte Regisseur Zlatko Junuzovic.

Niederösterreichs frisch gekürte "Mannschaft des Jahres" war mit dem zweiten Punktgewinn gegen einen Wiener Großclub nach dem 1:1 gegen Rapid am vergangenen Sonntag glücklich. "Austria ist momentan spielerisch die beste Mannschaft Österreichs. Wenn man da nicht aufpasst, kann sie einen vorführen", erklärte Kapitän Hannes Aigner. Nicht gänzlich zufrieden zeigte sich hingegen Trainer Peter Schöttel. "Wir waren gegen Rapid zu Beginn ängstlich und auch heute ängstlich. Das stört mich. Aber wir haben uns im Lauf der Partie gesteigert", sagte Schöttel.

Optimal ist der Samstag auch für den zweiten steirischen Verein abgelaufen. Während Schlusslicht LASK verlor, entschied Kapfenberg in Mattersburg das direkte Duell um Rang acht für sich und kann nun sorgenfreier auf die Tabelle blicken. "Ich bin sehr froh", sagte daher auch Trainer Werner Gregoritsch, der aber weiter Schritte nach vor fordert. "Defensiv waren wir in der zweiten Hälfte hervorragend, aber wir haben aufgehört zu spielen. Da bin ich schon ein bisschen verärgert. Da muss ich einfach den tödlichen Pass spielen."

In Mattersburg herrschte natürlich Enttäuschung, ob des Ergebnisses genauso wie wegen der Leistung. "Wir haben heute nichts Nennenswertes gezeigt. Es ist schade, denn wir hatten heute eine Riesenchance", ärgerte sich Coach Franz Lederer, der wohl eine härtere Gangart einschlagen wird. "Einige haben mich heute enttäuscht. Wenn einer glaubt, es geht locker, muss man reagieren. Ziel ist es jetzt, bei jedem Spiel an die Schmerzgrenze zu gehen", erklärte er nach dem Spiel.

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