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0:3-Abfuhr im Linzer Stadion © APA (rubra)

In Nostalgie konnten ältere Fans des LASK am Samstag schwelgen. Vor dem Oberösterreich-Derby gegen die SV Ried wurde im Linzer

In Nostalgie konnten ältere Fans des LASK am Samstag schwelgen. Vor dem Oberösterreich-Derby gegen die SV Ried wurde im Linzer Stadion jene Spieler, die vor 25 Jahren Inter Mailand besiegt haben, geehrt und mit einem Jubiläumstrikot beschenkt.

Die Gegenwart des Linzer Traditionsclubs sieht dagegen ausgesprochen düster aus. Der LASK kassierte nach desaströser Leistung eine 0:3-Abfuhr und ist weiter Schlusslicht der Fußball-Bundesliga, während die Gäste aus dem Innviertel auf Platz zwei vorstießen.

Die jüngeren LASK-Fans ließen auf der Gugl daher einmal mehr ihren Unmut über die sportliche Situation freien Lauf. Präsident Peter-Michael Reichel war nicht zum ersten Mal Adressat von lautstarken Abdankungswünschen, allerdings weilt Reichel derzeit in Doha.

"Dass den Fans der Geduldsfaden reißt, ist normal", meinte Trainer Helmut Kraft, der aber selbst in die Kritik geraten ist. Positive Energie versprühte der Trainer nicht, Kraft wirkte ratlos. "Es war eine desolate Leistung. Man hat gesehen, dass die Mannschaft nicht mithalten konnte, weder läuferisch, taktisch, noch kämpferisch. Die passive Spielweise verfolgt uns schon seit Beginn der Meisterschaft. Heute hat man eine Mannschaft gesehen, die mausetot war", gab er sich nach dem Spiel sehr kritisch.

Kraft machte auch nicht den Eindruck, den Karren wieder flott zu kriegen. "Ich spüre nicht, dass die Spieler meine Anweisungen annehmen", meinte er resignierend. Zuversicht sieht anders aus. Wie es nun weitergeht, konnte Kraft nicht sagen. Auch nicht mit ihm.

"Der Präsident hat immer gesagt, er vertraut mir. Aber ich kann nach dem heutigen Spiel nicht sagen, ,vertrauen Sie mir'. Aber ich will da nichts in die Wege leiten. So wie die Dinge kommen, muss man sie akzeptieren", erklärte der glücklose Trainer. Reichel war vorerst aber nicht erreichbar.

Kapitän Rene Aufhauser nahm die Mannschaft in die Pflicht. "Die Enttäuschung ist sehr groß, aber auch die Wut. Weil wir vor den Spielen besprechen, was wir nicht alles anders machen wollen, und dann schießen wir uns eineinhalb Tore selbst. Das sind einfach zu viele individuelle Fehler. Wir verhalten uns in der Defensive zu naiv", erklärte der Routinier. Wenn die Linzer aber nicht bald die Wende schaffen, ist der LASK nicht nur in Oberösterreich die Nummer zwei, sondern in Österreich nur noch zweitklassig.

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