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Dortmund erlebt ein sensationelles Hoch © APA (dpa)

Christian Fuchs und Andreas Ivanschitz haben am Sonntag mit Mainz die Führung in der deutschen Fußball-Bundesliga verloren.

Christian Fuchs und Andreas Ivanschitz haben am Sonntag mit Mainz die Führung in der deutschen Fußball-Bundesliga verloren. Nach dem 0:2 gegen die überragende Borussia Dortmund glauben viele, den neuen Meister gesehen zu haben. "Bei dem Spirit, bei der Qualität kann Dortmund deutscher Meister werden", meinte Mainzer-Trainer Tuchel. Sein Vor-Vorgänger Klopp: "Das interessiert uns null Komma null."

Der BVB holte nicht nur die Mainzer von Platz eins, sondern sorgte zugleich für einen Ligarekord: Nie zuvor startete ein Club mit fünf Auswärtssiegen in eine Spielzeit. "Es ist schade, aber gegen Dortmund zu verlieren ist keine Schande", sagte Fuchs, der durchgespielt hatte. Der erst in der 83. Minute eingewechselte Ivanschitz war vor allem vom 18-jährigen Dortmund-Torschützen Mario Götze angetan. "Was der gegen uns abgeliefert hat, war das beste, das ich bisher in dieser Saison von einem Spieler gesehen habe. Götze ist trotz seiner Jugend schon ein kompletter Spieler", lobte der Burgenländer.

Auch Fuchs streute dem siegreichen Gegner Rosen. "Selbst wenn die Niederlage schmerzt, man muss objektiv bleiben. Dortmund war insgesamt die stärkere Mannschaft und hat verdient gewonnen", gab der Niederösterreicher zu und wollte im Gegensatz zu Ivanschitz ("Dann wäre es wahrscheinlich anders gelaufen") nicht spekulieren, was gewesen wäre, hätte Mainz den Elfmeter kurz nach der Halbzeit zum Ausgleich verwertet. Fuchs: "Fakt ist, dass wir verloren haben."

 Während man sich in Mainz schon der Zukunft und dem Match der 11. Runde gegen Freiburg widmete, herrschen andernorts Ratlosigkeit und Alarmstimmung: Die Talfahrt der Traditionsclubs aus Stuttgart, Gelsenkirchen und Mönchengladbach nimmt nämlich schon bedenkliche Züge an. Anders als zu Saisonbeginn erwartet, rangieren der VfB, der FC Schalke und die Borussia auf den Abstiegsplätzen.

Ebenso ungewohnt wie am Tabellenende ist das Bild an der Spitze. Noch immer liegen die arrivierten Teams aus München, Hamburg und Bremen weit hinter dem Führungsduo zurück. Immerhin eröffnete der FC Bayern mit einem 4:2 über den SC Freiburg die Aufholjagd. "Platz vier interessiert mich nicht", tönte Präsident Uli Hoeneß, "ich möchte, dass Bayern München am Ende Platz eins hat, nur das ist entscheidend." Verkraften mussten die Bayern nach dem Erfolg einen weiteren Verletzungsschock: Für voraussichtlich sechs Monate fällt Stürmer Ivica Olic aus.

Mit Bremen erlitt ein weiterer Österreicher-Club (Prödl, Arnautovic) einen Dämpfer. Im Anschluss an die 2:3- Heimniederlage gegen Nürnberg sprach Mittelfeldspieler Torsten Frings deutliche Worte: "Einige kapieren es einfach nicht, was es heißt, für Werder Bremen zu spielen. Sie müssen sich darüber klar werden, dass die Situation sehr ernst ist." Arnautovic erhielt von Trainer Klaus Allofs sogar auf der Bank eine verbale Abreibung, nachdem er sein Trikot frustriert zu Boden geworfen hatte.

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