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Edlinger sieht seine Bilanz als nicht negativ © APA (Neubauer/Archiv)

Rapid-Chef Rudolf Edlinger steht unmittelbar vor seiner vierten Amtszeit als Präsident des österreichischen

Rapid-Chef Rudolf Edlinger steht unmittelbar vor seiner vierten Amtszeit als Präsident des österreichischen Fußball-Rekordmeisters. Am 15. November wird der ehemalige Finanzminister im Rahmen der Ordentlichen Hauptversammlung in der Wiener Stadthalle wiedergewählt und kann zu diesem Anlass weit bessere Nachrichten überbringen als noch bei seiner bisher letzten Bestätigung vor drei Jahren.

Damals befand sich der Verein in einer prekären Situation, wurde von Schulden im Millionen-Bereich gedrückt und musste sogar auf Gelder des Hauptsponsors vorgreifen. Seither spülten die Verkäufe von Ümit Korkmaz, Erwin Hoffer, Stefan Maierhofer und Nikica Jelavic sowie die beiden Teilnahmen an der Europa-League-Gruppenphase Millionen in die Clubkassa, weshalb die Diskussionen über das "negative Eigenkapital" Geschichte sind. "Wir sind zum ersten Mal in meinen neun Jahren mit einem Plus in die Saison gestartet, und zwar mit 140.000 Euro", erklärte Edlinger.

Positiv für das aktuelle Budget wirkten sich der Wechsel von Jelavic zu den Glasgow Rangers und der Aufstieg gegen Aston Villa aus - ansonsten hätte es ein Problem gegeben, weil im aktuellen Etat wie schon in der Vergangenheit 2 bis 2,5 Millionen an sogenannten "Sondereinnahmen" veranschlagt wurden, die außertourlich eingenommen werden müssen. Dadurch gerät Rapid regelmäßig in die Situation, auf wenig planbare Einkünfte angewiesen zu sein.

Für Edlinger stellt diese Vorgehensweise kein Problem dar. "Wenn wir es nicht machen würden, müssten wir Spieler verkaufen. Wenn zwei Millionen aus dem Budget wegfallen, geht das zu 75 Prozent zulasten des sportlichen Bereichs. Das hätte dann sofort negative sportliche Folgen, und das wollen wir nicht", sagte Edlinger.

Der Rapid-Boss gibt aber zu, dass nicht in jedem Sommer ein Millionen-Verkauf und/oder die Teilnahme an einer Europacup-Gruppenphase möglich ist. "Dann müssen wir eben versuchen, einen zusätzlichen Sponsor aufzutreiben. Das ist uns in der Vergangenheit schon oft gelungen."

Was die Zukunft betrifft, so will sich Edlinger in der kommenden Amtszeit neben der Verbesserung der Infrastruktur im Nachwuchsbereich vor allem einer Grundsatzentscheidung über das Hanappi-Stadion widmen. "Wir werden darüber nachdenken, ob es zu einem Ausbau oder Neubau kommen wird", sagte der Ex-SPÖ-Politiker und betonte einmal mehr, ein Auszug aus Hütteldorf komme nicht infrage.

Edlinger darf für sich in Anspruch nehmen, den Verein von finanziellen Altlasten befreit zu haben. In seine Amtszeit fielen auch zwei Meistertitel (2005, 2008), eine Champions-League- (2005) und zwei Europa-League-Teilnahmen (2009, 2010). "Meine Bilanz ist sicher nicht negativ. Ich habe den Verein übernommen, als er sportlich und wirtschaftlich weit unten war", erklärte der Wiener und ergänzte: "Alles in allem habe ich die Probleme gemeinsam mit dem Präsidium bei Wahrung der Eigenständigkeit des Clubs gut gemeistert. Aber meine Arbeit sollen andere einschätzen. Ich mag es nicht, wenn man sich selbst lobt."

Ob er nach dem Auslaufen der anstehenden Periode noch einmal zur Verfügung stehen würde, ließ Edlinger offen. "Das kann ich heute nicht sagen. Ich bin 70 Jahre alt, da hat man nicht mehr so viel vor sich und es kann schnell gehen, dass ich mich nicht mehr so frisch fühle wie jetzt."

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