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Del Piero (l.) und Co. genießen dennoch Kultstatus © APA (epa)

Juventus Turin, am Donnerstag Europa-League-Gegner von Red Bull Salzburg, zählt zu den erfolgreichsten und beliebtesten

Juventus Turin, am Donnerstag Europa-League-Gegner von Red Bull Salzburg, zählt zu den erfolgreichsten und beliebtesten Fußball-Clubs der Welt. Ausgerechnet in der eigenen Stadt ist Juve allerdings nur die Nummer zwei der Sympathiewertung, denn die Herzen der meisten Tifosi in Turin schlagen für den Arbeiterverein Torino FC. Und das, obwohl die besten Jahre von Toro schon Jahrzehnte zurückliegen.

Aktuell findet man den siebenfachen Meister Italiens (zuletzt 1976) auf Rang elf der Serie B. Mit Jürgen Säumel (26) steht derzeit auch ein Österreicher bei Torino unter Vertrag. Der Steirer durchlebt jedoch schwere Zeiten in der Olympia-Stadt 2006. Säumel steht auf dem Abstellgleis, Trainer Franco Lerda gönnte dem 19-fachen ÖFB-Teamspieler in der laufenden Saison noch keine einzige Einsatzminute. "Ich befinde mich in einer schwierigen Situation, der Trainer setzt auf andere Spieler. Großartig jammern hilft aber nichts. Ich versuche, jeden Tag Gas zu geben", meinte der ehemalige Kapitän von Sturm Graz im Gespräch mit der APA.

In der vergangenen Saison war Säumel von Torino an Brescia verliehen gewesen. Mit Brescia schaffte Säumel den Aufstieg in die Serie A. Im Play-off kickte Säumel mit Brescia ausgerechnet Torino in die Serie B. Trotz einiger Angebote entschied sich Säumel, mit Torino in die zweite Liga zu gehen. Keine optimale Entscheidung, wie sich mittlerweile herausgestellt hat. "Dass ich jetzt überhaupt nicht zum Zug komme, damit habe ich natürlich nicht gerechnet. Aber in Italien, und vor allem bei Torino, kann sich alles sehr schnell ändern", erklärte Säumel, der sich in Turin durchbeißen möchte, einen Vereinswechsel im Winter aber nicht ausschließt.

Auch die Fans sind mit der aktuellen Situation ihres Vereins logischerweise unzufrieden, halten Toro jedoch die Treue. Zu den Heimspielen in der zweithöchsten Spielklasse strömen im Schnitt 15.000 Zuschauer. "Vom Fan-Potenzial her ist Torino in der Stadt die klare Nummer eins. Juve ist eher der Verein für die gehobene Schicht. Toro ist der Arbeiterclub und genießt in einer Industriestadt natürlich wesentlich mehr Sympathien", berichtete Säumel.

In italienischen Medien war in den vergangenen Monaten viel darüber spekuliert worden, dass Red Bull an einer Übernahme von Torino interessiert sein soll. Am 22. Oktober haben die Bullen jedoch erklärt, dass eine Übernahme niemals ein Thema gewesen sei, es seien darüber keine Gespräche geführt worden.

Die erfolgreichste Zeit erlebte Torino in der 40er Jahren. Damals gewann die "Grande Torino" genannte Mannschaft fünf Meistertitel in Folge, ehe beinahe die gesamte Mannschaft bei einem Flugzeugabsturz am 4. Mai 1949 ums Leben kam. Ein Schicksalsschlag, von dem sich der Verein viele Jahre nicht erholte.

Derzeit teilen sich die beiden Erzrivalen Juventus und Torino das Stadio Olimpico. Das ändert sich jedoch bald wieder. Denn Juventus fiebert der Eröffnung des neuen Stadions entgegen, das derzeit an der Stelle des alten Delle Alpi errichtet und im Sommer 2011 fertig wird. Die Arena, in deren Umfeld auch ein neues Shopping-Center entsteht, wird 40.200 Zuschauern Platz bieten.

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