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Inzaghi mit seinen Europacup-Treffern 69 und 70 © APA (epa)

Bayern München (Pool E), Chelsea FC (F) und Real Madrid (G) haben sich am Mittwochabend in der vierten Runde der Gruppenphase

Bayern München (Pool E), Chelsea FC (F) und Real Madrid (G) haben sich am Mittwochabend in der vierten Runde der Gruppenphase als erste Vereine fix für das Achtelfinale der Fußball-Champions-League qualifiziert und damit neben Punktprämien auch drei Millionen Euro für den Aufstieg sicher. Milan-Ikone Filippo Inzaghi avancierte zum ältesten und erfolgreichsten Torschützen in der Champions League.

Im Gegensatz zu den Deutschen, bei denen David Alaba nach seiner Verletzung auf der Ersatzbank saß (4:0 auswärts gegen CFR Cluj), und den Engländern (4:1 daheim gegen Spartak Moskau/ohne verletzten Martin Stranzl) verlor das Weiße Ballett seine blütenweiße Weste mit dem 2:2 in San Siro gegen den AC Milan.

Real-Coach Jose Mourinho, der als Trainer mit drei verschiedenen Vereinen die "Königsklasse" gewinnen möchte, war nach dem 2:0-Sieg im Heimspiel diesmal mit dem Ergebnis nicht wirklich zufrieden. Weil seine Stars die Partie, die alles zu bieten hatte, was einen Schlager ausmacht, und den Gegner fest im Griff hatten. "Normal hätten wir Milan aus dem Stadion schießen müssen", sagte der Portugiese. Doch letztlich musste der Star-Trainer zugegeben: "Wenn man irgendwann 1:2 hinten liegt und am Ende dann nicht verliert, darf man sich aber auch nicht beschweren."

Für das verdiente Unentschieden sorgte Joker Pedro Leon nach genau 93:17 Minuten. Begonnen hatte es auch gut, mit dem 1:0 durch Gonzalo Higuain (45.), der das 700. Real-Tor in der Meisterklasse fixierte. Dazwischen war Milan gewankt, fiel aber nicht, sondern fand über Aggressivität, Emotion und Kampf, aber sicher auch durch etwas Überheblichkeit der Gäste ins Spiel zurück. Auch dank eines weiteren Jokers namens Filippo Inzaghi.

Der Stürmer machte sich mit einem Doppelpack nach Patzer von Keeper Iker Casillas (68.) bzw. aus klarem Abseits (78.) zum ältesten Torschützen der CL-Historie. Außerdem schloss der 37-Jährige mit nunmehr 70 Treffern zum führenden Spanier Raul (früher Real, jetzt Schalke) auf. Und Mourinho, der knapp an seiner ersten Niederlage in einem Pflichtspiel als Real-Coach vorbeischrammte, fand sich in seinen schlimmen Befürchtungen, die er im Vorfeld des Klassikers geäußert hatte, voll bestätigt.

"Milan kann sechs, sieben Stürmer aufstellen. Entscheidend ist, ob Inzaghi spielt. Er ist eine echte Gefahr", hatte "The Special One" seine böse Vorahnung mit "Super-Pippo". Mourinhos Widerpart Massimiliano Allegri bezeichnete das "Last Second"-Tor Reals zum 2:2 als "riesiges Desaster", sprach aber von einem "insgesamt gerechten Ergebnis". Das Einzige, was ihm nicht gefallen habe, waren die letzten 30 Sekunden dieser hochklassigen Partie.

Wer Real aus Pool G ins Achtelfinale begleiten wird, ist noch völlig offen. Da AJ Auxerre zu Hause Ajax Amsterdam 2:1 niederrang, sind die Italiener, die Franzosen und die Niederländer nur durch zwei Punkte getrennt. Ebenfalls einen Dreikampf verspricht der Pool E, wo die AS Roma mit dem 3:2-Erfolg in Basel den Schweizern die Rote Laterne anhängte. Der CFR Cluj (Klausenburg) ist nach dem 0:4 daheim gegen Bayern weiterhin Dritter, punktegleich mit dem FC Basel und drei Zähler hinter den Römern.

Unbeirrt vom Streit zwischen Präsident Uli Hoeneß und Trainer Louis van Gaal und dank dreier Tore von Mario Gomez stellten die Bayern mit dem 4:0 einen Vereinsstartrekord in der Eliteklasse auf. Van Gaal, dessen Elf noch einen Zähler zum Gruppensieg benötigt, lobte: "Es war ein sehr gutes Spiel von uns. Es ist fantastisch, dass wir so einen Stürmer haben." Vorstandschef Karl-Heinz-Rummenigge meinte: "Man hat heute keinen Autoritätsverlust gesehen. Der Trainer braucht sich da keine Sorgen machen. Ab sofort beginnt die Klettertour auch in der Bundesliga."

Souverän agierte auch Chelsea, musste sich aber bis nach der Pause auf Zählbares gegen Spartak Moskau gedulden. "Anelkas Tor zum 1:0 war der Schlüssel zum Erfolg. Das Finale im Mai ist in London und aus dieser Stadt hat noch nie ein Verein die wertvollste Trophäe geholt. Das ist für uns eine besondere Motivation. Aber der nächste Schritt ist der Gruppensieg", meinte Blues-Coach Carlo Ancelotti.

Im Parallel-Spiel der Gruppe F sorgte Olympique Marseille mit dem 7:0 in Sillein gegen MSK Zilina für den höchsten Auswärtssieg in der CL-Geschichte. Den klarsten Heimerfolg hält seit 2007 Liverpool mit dem 8:0 gegen Besiktas. So viele Treffer wie an diesem CL-Mittwoch fielen übrigens noch an keinem Abend zuvor. In den acht Partien zappelte der Ball 32-mal im Netz, was einen Schnitt von vier Goals pro Partie ergab.

So wie die Slowaken ist im Pool H auch Partizan Belgrad punktlos und damit aus dem Bewerb. Die Serben unterlagen daheim Sporting Braga 0:1. Schachtjor Donezk zog durch einen 2:1-Heimsieg im direkten Duell mit Arsenal (ohne Cesc Fabregas) nach Punkten gleich. Das entscheidende Tor gelang mit dem geborenen Brasilianer Eduardo da Silva ausgerechnet einem Spieler, der im Juli von London in die Ukraine übersiedelt war. Der Kroate verzichte deshalb auf einen Torjubel.

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