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Individuelle Fehler als Ursachen ausgemacht © APA (Neubauer)

Der Stimmungs-Barometer beim SK Rapid ist dem Tiefpunkt am Donnerstag wieder ein Stück nähergekommen. Nach der 1:2-Niederlage

Der Stimmungs-Barometer beim SK Rapid ist dem Tiefpunkt am Donnerstag wieder ein Stück nähergekommen. Nach der 1:2-Niederlage im Happel-Stadion gegen ZSKA Sofia in der Fußball-Europa-League machte sich einmal mehr in dieser Saison Frust und Ratlosigkeit im Lager der Hütteldorfer breit, auch der geknickt wirkende Trainer Peter Pacult schien bei der Ursachenforschung nicht fündig zu werden.

Auf die Frage nach den Gründen für die zahlreichen individuellen Fehler, die das vorzeitige Aus aller realistischen Aufstiegshoffnungen zur Folge hatten, reagierte der 51-Jährige mit einem Schulterzucken. "Wenn ich das wüsste, könnte ich es beantworten", erklärte Pacult und meinte wenig später: "Scheinbar ist derzeit der eine oder andere zu unruhig am Ball. Da nimmt der eine den anderen mit."

Der 51-Jährige hatte noch andere Erklärungsversuche auf Lager. "ZSKA ist in der Defensive besser gestanden als bei unserem 2:0-Sieg vor zwei Wochen in Sofia. Die Räume für uns waren eng, wir konnten uns selten durchspielen. Wir haben zu oft in die Breite gespielt und zu lange gebraucht, um in die Spitze zu kommen - und wenn, dann haben wir uns vorne nicht behauptet", analysierte Pacult.

Dabei hatte die Partie vielversprechend begonnen. "Wir hatten zu Beginn drei, vier gute Chancen, auch wenn sie nicht wirklich zwingend waren. Aber wir haben zwei Fehler gemacht und sind dafür bestraft worden. Jetzt sind wir alle sehr enttäuscht, weil wir unbedingt gewinnen und dem Publikum ein gutes Spiel bieten wollten", erklärte der Coach.

Die erste Europacup-Niederlage seines Clubs im sechsten Duell gegen eine bulgarische Mannschaft wollte Pacult nicht auf das Fehlen von Steffen Hofmann zurückführen. "Es wäre auch unfair gegenüber der Mannschaft, die Situation damit zu erklären." Dass der Kapitän wegen einer Adduktorenverletzung für zumindest zwei weitere Wochen ausfällt, löste beim Trainer Selbstkritik aus. "Ich ärgere mich über seine Verletzung mehr als er, weil ich sie kommen gesehen habe." Pacult wollte den Deutschen wegen einer Schambeinentzündung, die letztlich die Adduktorenprobleme hervorrief, länger pausieren lassen, beugte sich dann aber immer dem Wunsch von Hofmann, der in jeder Partie dabei sein wollte.

Laut Mario Sonnleitner ist nun die ganze Mannschaft gefordert, den Ausfall des Führungsspielers so gut wie möglich zu kompensieren. "Dass er ausfällt, ist bitter, weil er der beste Spieler der Liga ist", erklärte der Innenverteidiger, der mit einem schweren Fehler den Siegestreffer der Gäste einleitete. "Das Tor geht auf meine Kappe. Ich war unkonzentriert, im Kopf werde ich die Szene wahrscheinlich noch tausendmal durchspielen", sagte Sonnleitner.

Der Abwehrspieler entschuldigte sich bei den Fans. "Es tut uns wahnsinnig leid. Das war absolut kein übermächtiger Gegner, ganz im Gegenteil. Sofia war nicht besser als irgendeine Mannschaft aus der österreichischen Liga. Aber derzeit fehlt uns eben etwas. Es war ein Fehler, der uns sehr wehgetan hat, denn die Europa League ist jetzt für uns wahrscheinlich vorbei", gab der Steirer zu.

Goalie Raimund Hedl bemängelte neben mangelnder Konzentration auch die seiner Meinung nach fehlende Leidenschaft. "Es war nie das Gefühl da, dass wir die Bulgaren niederrennen und niederkämpfen wollen", sagte der 36-Jährige, dessen erster Gegentreffer nicht unhaltbar schien. Nicht nur aus diesem Grund könnte Rapid spätestens im Sommer eine neue Nummer eins verpflichten, als Anwärter gelten Jürgen Macho und Christian Gratzei. Ob sich schon im Winter am Rapid-Kader etwas ändern könnte und zum Beispiel Boris Prokopic von Wacker Innsbruck retour geholt wird, wollte Pacult nicht kommentieren.

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