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Koch musste nach Böller-Wurf Karriere beenden © APA (Neubauer)

Der Böller-Wurf auf den ehemaligen Rapid-Torhüter Georg Koch hat am Montag im Wiener Straflandesgericht ein gerichtliches

Der Böller-Wurf auf den ehemaligen Rapid-Torhüter Georg Koch hat am Montag im Wiener Straflandesgericht ein gerichtliches Nachspiel gehabt. Staatsanwältin Astrid Fichtinger warf einem jungen Austria-Fan vor, am 24. August 2008 beim Stadtderby Rapid-Austria im Hanappi-Stadion einen Feuerwerkskörper auf den Rasen geschleudert zu haben, der in unmittelbarer Nähe des Rapid-Tormanns explodierte.

Für den Keeper waren die Folgen fatal, sodass dem zum Tatzeitpunkt 17 Jahre alten Angeklagten nun im Strafantrag Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen angelastet wurde. Strafrahmen: Bis zu fünf Jahre Haft. Koch erlitt eine schwere Schädigung des Gehörs - nämlich einen massiven Hörverlust am rechten Ohr in Verbindung mit einem Tinnitus -, anhaltende Gleichgewichtsstörungen und Schwindelgefühle sowie eine posttraumatische Belastungsstörung, was letzten Endes zur Berufsununfähigkeit führte. Koch musste im März 2009 seine Karriere beenden, nachdem der Vertrag mit Rapid einvernehmlich aufgelöst worden war.

Der Angeklagte - mittlerweile 19, beschäftigungslos und eigenen Angaben zufolge Mitglied der Austria-Fangruppe "Boys Viola" - versicherte: "Ich habe keinen Knallkörper geworfen". Er habe gar keine Böller ins Stadion mitgenommen, sondern nur eine Fahne und einen violetten Schal. Er kenne "diejenige Person nicht, die das getan hat". Er sei in der fünften Reihe auf der Tribüne hinter dem gegnerischen Torhüter gesessen, "und in meiner Nähe ist nichts geworfen worden".

Auf den Burschen war man nach dem Studium der Videoüberwachung gekommen. Die Bilder zeigten deutlich, dass der Knallkörper im Austria-Fansektor gezündet wurde. Nun soll ein fotometrisches Gutachten klären, ob die Person, die den Böller Richtung Koch schleudert, mit dem Angeklagten ident ist. Die Verhandlung wurde zu diesem Zweck auf unbestimmte Zeit vertagt. Beim nächsten Termin soll auch Georg Koch vernommen werden.

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