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Interesse im ÖSV-Team groß © APA (epa)

Sonntag ist Formel-1-Showdown auch im Skilager. Der Herren-Slalom in Levi geht direkt über in die WM-Entscheidung in Abu Dhabi,

Sonntag ist Formel-1-Showdown auch im Skilager. Der Herren-Slalom in Levi geht direkt über in die WM-Entscheidung in Abu Dhabi, und vor allem Österreichs neuer Herrenchef Mathias Berthold fiebert dieser mit fast so großer Spannung entgegen wie dem Slalom-Auftakt seiner Burschen.

"Ich habe noch nicht viele Formel-1-Rennen verpasst. Das wird jetzt als Herrentrainer mit den Sonntag-Rennen natürlich schwieriger", erklärte der leidenschaftliche Formel-1- und Alonso-Fan. Mit seiner Leidenschaft für Alonso ("Ein knallharter Typ") liegt der seit seiner Kindheit Formel-1-verrückte Vorarlberger durchaus im Clinch mit dem prominentesten seiner eigenen Piloten. Denn Benni Raich setzt auf Mark Webber. Raich hat den australischen Red-Bull-Piloten vergangenes Jahr in Monaco persönlich kennengelernt und ist seitdem Webber-Fan. "Er ist mir sympathisch und fährt seit Jahren stark. Es wäre cool, wenn er es schafft", sagte Raich vor seinem ersten Saisonslalom in Finnland.

Nicht nur Raich ist von der Technik und der Geschwindigkeit der Formel 1 fasziniert, auch Lebensgefährtin Marlies Schild kann sich dem nicht mehr entziehen. Die Salzburgerin drückt aber vielmehr Sebastian Vettel die Daumen. "Mir sind zwar beide Red-Bull-Fahrer sympathisch, aber mein Bauchgefühl ist eher für Vettel", sagte Schild. "Ich weiß zwar, dass es für ihn sehr schwierig wird, aber ich tippe auf ihn. Ich habe ihn mal im Hangar-7 getroffen, er ist ein bodenständiger Bursch", erklärte Schild ihre Gefühlsentscheidung.

Slalom-Olympiasieger Giuliano Razzoli ist hingegen wie Berthold für Alonso, weil der Spanier in einem Ferrari sitzt. "Ich muss ja Ferrari-Fan sein, nachdem ich aus der gleichen Gegend komme", erklärte der aus der Emiglia Romagna und damit aus dem engeren Ferrari-Umfeld stammende Italiener. "Fernando wird es nicht leicht haben, aber ich werde ihm ganz fest die Damen drücken", ließ Razzoli über den neuen italienischen Skiverbands-Direktor und ehemaligen ÖSV-Pressemann Robert Brunner ausrichten.

Dass am Sonntag womöglich eine haarige Entscheidung ansteht, ist allen bewusst. "Bei uns gibt es ja keine Stallorder, weil es keinen Sinn macht. Wenn Vettel vor Webber führt wird das eine ganze schwierige Entscheidung", weiß Raich. "Ich möchte nicht in der Haut von dem stecken, der das dann entscheidet."

Ähnlich sieht es Berthold. Vor zwei Jahren etwa fuhr der Schweizer Daniel Albrecht beim Finale seinen Landsmann Didier Cuche noch aus der Wertung und machte damit den Österreicher Hannes Reichelt um einen Punkt zum Super-G-Weltcupsieger. "Auch bei uns gibt es also solche Situationen. Aber ich bin froh, dass wir da ganz selten eingreifen müssen", so Berthold.

Dass Red Bull keine Teamorder ergreift, macht Berthold schmunzeln. "Ich muss das als Alonso-Fan natürlich begrüßen. Die Formel-1-Geschichte hat aber gezeigt, dass Weltmeistertitel immer wieder die Folge von strategischen Teamentscheidungen waren. Ob die Red-Bull-Taktik zielführend ist, lasse ich dahingestellt."

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