vergrößernverkleinern
Dragovic fällt vermutlich aus © APA (Archiv/Fohringer)

Manuel Ortlechner hat am Mittwoch im Cup-Achtelfinale im Stile eines Torjägers das Siegestor zum 2:1 über Wacker Innsbruck

Manuel Ortlechner hat am Mittwoch im Cup-Achtelfinale im Stile eines Torjägers das Siegestor zum 2:1 über Wacker Innsbruck erzielt. So einen Mann wie ihn würde die Austria derzeit vorne benötigen, damit sich die vielen Chancen auch in Treffern niederschlagen. "Ich kann ihn nicht im Sturm aufbieten, weil wir ihn hinten als Innenverteidiger brauchen", winkte Trainer Karl Daxbacher ab.

Daxbacher hat in der Innenverteidigung Personalnot, nachdem Margreitter (Angina) weiter ausfällt und Dragovic, der gegen die Tiroler einen Schlag gegen den Knöchel abbekam, fraglich ist. Ortlechner bewahrte in der entscheidenden Szene vor dem Wacker-Gehäuse jene Ruhe, die Daxbacher ansonsten im Abschluss etwas vermisst. Es werde zu hektisch agiert, zu schnell geschossen. Er nennt es mangelnde Coolness oder mangelnden Killerinstinkt.

Um die Torflaute zu beseitigen, hat der violette Feldherr bei einem großen Fußballer eine Anleihe genommen. Er ließ in der Kabine einen Spruch des französischen Stars Thierry Henry aufhängen. "Wenn du den Ball hast, bleibe locker und entspannt. Die Panik müssen nur jene haben, die nicht im Ballbesitz sind!" Diesen Satz des Stürmers sollen sich Linz, Junuzovic und Co zu Herzen nehmen und dazu Konzentration zeigen.

Außerdem forderte der Austria-Trainer seine Mannen auf, Spannung aufzubauen. "Jeder, der auf den Platz läuft, muss so eingestellt sein, als ginge es gegen einen Großen. Die Gefahr, zu wenig psychisch vorbereitet zu sein, ist gegen Mannschaften wie Kapfenberg zu groß", sagte Daxbacher, der vielleicht auch Tomas Jun nach einem Bänderriss zur Verfügung haben könnte. "Ich weiß nicht, ob es sich jetzt oder erst im nächsten Spiel ausgeht", meinte der Coach.

Der Niederösterreicher warnte besonders vor den Kontern und den Standards der Gäste, die im Cup ebenfalls über 120 Minuten hatten gehen müssen. Sie haben in der Liga Meister Salzburg auswärts geschlagen, jeweils daheim gegen Rapid und die Austria ein Remis erreichte. "Das ist kein Selbstläufer. Die sind nur vier Punkte hinter uns. Es wird kein leichtes Spiel. Aber wir dürfen nicht den Anschluss zur Spitze verlieren," appellierte Sportvorstand Thomas Parits nach den leichtfertig vergebenen Torchancen der jüngsten Spiele.

Die Kapfenberger freuen sich schon auf die Violetten, wie es ihr Trainer Werner Gregoritsch formulierte. "Unsere Pflichtaufgaben haben wir erfüllt, jetzt kommt die Kür. Wir freuen uns auf das Austria-Spiel. Die Wiener sind für mich die spielerisch stärkste Mannschaft in Österreich", sagte der Steirer, dessen Mannen als Tabellenachter auf die viertplatzierten Wiener lediglich vier Punkte Rückstand aufweisen.

Wie Alar und Co gegen den Vizemeister auftreten müssen, wurde ihnen im Fernsehen vor Augen geführt. "Räume eng machen, in Zweikämpfe kommen und selbst versuchen, das eigene Spiel aufzuziehen," lautet die von "Gregerl" geforderte Tugend. Den jüngsten Sieg gegen die Veilchen im Oberhaus feierte der KSV vor gut einem Jahr. Das einzige Erfolgserlebnis gegen die Austria in Wien liegt schon über ein halbes Jahrhundert zurück.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel