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Slalom-Fünfte nach eineinhalb verpassten Saisonen © APA (epa)

Als Fünfte im Levi-Slalom war Nicole Hosp, wie es Cheftrainer Herbert Mandl auf den Punkt brachte, "die "eigentliche Sensation

Als Fünfte im Levi-Slalom war Nicole Hosp, wie es Cheftrainer Herbert Mandl auf den Punkt brachte, "die "eigentliche Sensation des Tages". Zumindest aus österreichischer Sicht. Eineinhalb Saisonen hatte die Tirolerin zuletzt verletzungsbedingt verpasst, umso mehr freute sie sich über ihren ersten Spitzenplatz seit März 2009.

"Ich bin am Anfang eines steinigen Weges. Das war hoffentlich der erste Schritt zurück ins neue Glück", jubelte Hosp. Nach Lauf eins war Hosp sogar sensationell auf Platz drei und damit vor der späteren Siegerin Marlies Schild gelegen. Eine spätere Umarmung der siegreichen Teamkollegin und Konkurrentin war aber ebenso ehrlich wie die Freude trotz des Rückfalls auf Rang fünf. "Ein Traum, einfach ein Traum", freute sich die seit einer Woche 27-jährige Riesentorlauf-Weltmeisterin von 2007.

Dabei hatte sich die Tirolerin im erst zweiten Rennen nach ihrem vor einem Jahr erlittenen Kreuzbandriss "so gut wie nichts" ausgerechnet und wäre schon mit einem Platz unter den 15 zufrieden gewesen, weil sie auch im Sommer- und Herbsttraining nach mehreren Stürze länger pausieren hatte müssen. Im Rennen kehrte die Bichlbacherin dann aber wieder das "Rennpferd" hervor. "Gut, dass sich manche Dinge eben nie ändern", schmunzelte sie.

Die risikofreudige Tirolerin hatte im WM-Winter 2008/09 wegen der in Zagreb erlittenen Knieverletzung nur WM und Weltcup-Finale bestritten und die vergangene Saison nach dem Kreuzbandriss in Sölden komplett versäumt. "Man sagt ja, dass man nach Verletzungen stärker zurückkommt. Ich hoffe, dass das bei mir auch so ist", gab sich Hosp zuversichtlich.

Die Weltcup-Gesamtsiegerin von 2007 war einst eine von drei ÖSV-Hoffnungen auf die große Kugel. Wie Schild und nun Kathrin Zettel, die dieses Wochenende auf der Reiteralm ihr Comeback auf Schnee wagt, haben schwere Verletzungen aber auch Hosp vom geplanten Weg abgebracht.

Die Gesamtwertung ist auch derzeit noch kein Ziel. "Für mich ist es eine reine Comeback-Saison. Ich muss zuerst den Anschluss an die Weltspitze wieder schaffen. Ich bin derzeit nur 80 Prozent der besten Hosp", erklärte die Tirolerin in Finnland.

Bei derart langer verletzungsbedingter Abwesenheit verliere man völlig den Rennrhythmus, ergänzte die Tirolerin, die im Februar im 20 Minuten von ihr entfernten Garmisch praktisch eine Heim-WM bestreitet. Diese ist auch das ganz große Saisonziel. Hosp: "Ich muss trachten, bis dahin wieder an meine Grenzen gehen zu können."

Hosp ist eindeutig der Rennfahrertyp. "Im Training bin ich meist nicht bei den Schnellsten, dafür gebe ich im Rennen immer 100 Prozent. Das ist eben mein Weg", erklärte Hosp, die beim verpassten Riesentorlauf-Finale in Sölden noch "überfordert" gewesen war. "Dabei bin ich im 'Riesen' stärker als im Slalom, in dem es extrem brutal geworden ist."

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