vergrößernverkleinern
Will gegen Salzburg gewinnen © APA (Leodolter/Archiv)

Mit zehn Treffern steht er an der Spitze der Torschützenliste, am Sonntag (16.00) greift Roman Kienast mit Sturm Graz zum

Mit zehn Treffern steht er an der Spitze der Torschützenliste, am Sonntag (16.00) greift Roman Kienast mit Sturm Graz zum zweiten Mal in der aktuellen Saison der Fußball-Bundesliga nach der Tabellenführung. Mit Salzburg gastiert im Schlager der 15. Runde der Meister in Liebenau, für Kienast kein Grund für falsche Bescheidenheit: "Wir wollen gewinnen, und wir haben die Möglichkeiten dazu."

Die etwas verfahrene Situation bei der Stevens-Elf könnte den Grazern in die Karten spielen, das weiß auch Kienast. Und doch warnte er: "Man darf Salzburg nicht unterschätzen". Gerade die jüngsten Partien gegen Rapid (1:3) und der schwer erarbeitete 1:0-Cupsieg beim Landesligisten Vorwärts Steyr haben den "Blackies" vor Augen geführt, dass noch einiges zu tun ist. Und Kienast muss auch darauf hoffen, dass sich die Ladehemmung, die er beim Cup erst in der 114. Minute gelöst hat, gegen Salzburg nicht neuerlich einstellt.

Unabhängig davon fällt sein Resümee nach rund zehn Monaten Sturm Graz äußerst positiv aus. Schließlich stand der Ex-Rapidler vor einem Jahr noch ohne Verein da. "In meiner Situation kann ich keine Ansprüche stellen", sagte er damals. Mit HamKam war er aus der zweiten norwegischen Liga abgestiegen, Probetrainings in England aufgrund der körperlichen Defizite nach einer Knieoperation im August waren erfolglos gewesen.

Auch damals will er aber nicht an sich gezweifelt haben, bis sich in der Winterpause schließlich Sturm den 1,90-m-Mann angelte. "Ich habe gewusst, was ich kann, und auch der Trainer wusste was in mir steckt", meinte Kienast, der sich mit fünf Toren im Frühjahr zurück in die Erinnerung der heimischen Fußballfans schoss und in dieser Saison an der Seite von Imre Szabics zur Stammbesetzung in der Offensive gehört.

"Sicher ist das schön, was im vergangenen Jahr passiert ist, und ich habe es auch mit meiner Leistung zurückgezahlt", sagte der 26-Jährige, der den Erfolg und sein Selbstbewusstsein nicht zuletzt auf sein Engagement in der Fremde zurückführt. "Ich bin in Norwegen gereift, menschlich und spielerisch sowieso und habe mich als Stammspieler beweisen können." Das war bei Rapid, wo er bis zu seinem Auslandswechsel 2006 über Kurzeinsätze nicht hinauskam, noch anders.

Dass ihn der damalige Teamchef Josef Hickersberger 2008 in seinen EURO-Kader holte und auch in allen drei Partien Einsatzminuten gab, fand bei Fans und Medien nicht immer ungeteilte Zustimmung. Und dass andere wie Stefan Maierhofer, die vor dem Großereignis aussortiert worden waren, danach in Fahrt kamen, schien die Kritiker zu bestätigen. "Das Thema hat mich immer genervt", sagte Kienast, der den Zweiflern nun den Wind aus den Segeln genommen zu haben scheint. "Es ist ruhig geworden."

Noch greift ÖFB-Teamchef Didi Constantini nicht auf die Dienste von Kienast zurück, doch der ist überzeugt, dass auch seine Stunde kommen wird. "Natürlich fühle ich mich fit fürs Team, aber wir haben derzeit eben auch andere gute Stürmer", sagte er. "Ich kann in der Meisterschaft nur aufzeigen, der Rest ergibt sich dann von selbst."

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel